TE Vfgh Erkenntnis 1983/2/25 B179/79

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Veröffentlicht am 25.02.1983
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Index

16 Medienrecht
16/01 Medien, Presseförderung

Norm

B-VG Art144 Abs1 / Anlaßfall
  1. B-VG Art. 144 heute
  2. B-VG Art. 144 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  5. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  6. B-VG Art. 144 gültig von 01.08.1984 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 296/1984
  7. B-VG Art. 144 gültig von 01.08.1981 bis 31.07.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 350/1981
  8. B-VG Art. 144 gültig von 01.07.1976 bis 31.07.1981 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  9. B-VG Art. 144 gültig von 25.12.1946 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 144 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 144 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934

Beachte

Anlaßfall zu VfSlg. 9591/1982

Leitsatz

Plakatierungsverordnung für Götzis 1972; Rechtsverletzung im Anlaßfall nach Aufhebung des Abschnittes I samt Anlage 1 als gesetzwidrig

Spruch

Der Bescheid wird aufgehoben.

Begründung

Entscheidungsgründe:

I. 1. Mit dem im Instanzenzug ergangenen Bescheid der Sicherheitsdirektion für das Bundesland Vbg. vom 12. März 1979, Z III-4033/78, wurde über den Beschwerdeführer gemäß §13 des Pressegesetzes, BGBl. 218/1922, idF BGBl. 104/1966 (in der Folge PresseG), eine Geldstrafe in der Höhe von S 500,- wegen Übertretung des §11 PresseG iVm Abschnitt I der Verordnung der Bezirkshauptmannschaft Feldkirch vom 19. Juli 1972, Z IIa 1-8/5, verhängt, weil er in der Zeit vom 20. Juni 1978 bis zum 20. Juli 1978 Werbeplakate auf Plakatierungstafeln außerhalb der in der genannten Verordnung bestimmten Plätzen anschlagen ließ.römisch eins. 1. Mit dem im Instanzenzug ergangenen Bescheid der Sicherheitsdirektion für das Bundesland Vbg. vom 12. März 1979, Z III-4033/78, wurde über den Beschwerdeführer gemäß §13 des Pressegesetzes, Bundesgesetzblatt 218 aus 1922,, in der Fassung Bundesgesetzblatt 104 aus 1966, (in der Folge PresseG), eine Geldstrafe in der Höhe von S 500,- wegen Übertretung des §11 PresseG in Verbindung mit Abschnitt römisch eins der Verordnung der Bezirkshauptmannschaft Feldkirch vom 19. Juli 1972, Z römisch zwei a 1-8/5, verhängt, weil er in der Zeit vom 20. Juni 1978 bis zum 20. Juli 1978 Werbeplakate auf Plakatierungstafeln außerhalb der in der genannten Verordnung bestimmten Plätzen anschlagen ließ.

2. Gegen diesen Bescheid richtet sich die unter Berufung auf Art144 B-VG erhobene Beschwerde, in der geltend gemacht wird, daß der Beschwerdeführer durch den angefochtenen Bescheid "wegen Anwendung der gesetzwidrigen Verordnung der Bezirkshauptmannschaft Feldkirch vom 19. 7. 1972, ... in" seinem "Recht, nicht gemäß §13 Pressegesetz bestraft zu werden, verletzt" worden sei.

Es wird die kostenpflichtige Aufhebung des angefochtenen Bescheides, in eventu die Abtretung der Beschwerde an den VwGH beantragt.

II. Die Rechtsgrundlage des angefochtenen Bescheides bildet der Abschnitt I samt Anlage 1 der Verordnung der Bezirkshauptmannschaft Feldkirch vom 19. Juli 1972, Z IIa 1-8/5, betreffend das Aushängen und Anschlagen von Druckwerken in Götzis.römisch zwei. Die Rechtsgrundlage des angefochtenen Bescheides bildet der Abschnitt römisch eins samt Anlage 1 der Verordnung der Bezirkshauptmannschaft Feldkirch vom 19. Juli 1972, Z römisch zwei a 1-8/5, betreffend das Aushängen und Anschlagen von Druckwerken in Götzis.

Aus Anlaß der vorliegenden Beschwerde hat der VfGH von Amts wegen gemäß Art139 Abs1 B-VG ein Verfahren zur Prüfung der Gesetzmäßigkeit des Abschnittes I samt Anlage 1 der genannten Verordnung der Bezirkshauptmannschaft Feldkirch eingeleitet.Aus Anlaß der vorliegenden Beschwerde hat der VfGH von Amts wegen gemäß Art139 Abs1 B-VG ein Verfahren zur Prüfung der Gesetzmäßigkeit des Abschnittes römisch eins samt Anlage 1 der genannten Verordnung der Bezirkshauptmannschaft Feldkirch eingeleitet.

Mit dem Erk. vom 14. Dezember 1982 V28/82-15 hat der VfGH den Abschnitt I samt Anlage 1 der Verordnung der Bezirkshauptmannschaft Feldkirch vom 19. Juli 1972, Z IIa 1-8/5, betreffend das Aushängen und Anschlagen von Druckwerken in Götzis, als gesetzwidrig aufgehoben.Mit dem Erk. vom 14. Dezember 1982 V28/82-15 hat der VfGH den Abschnitt römisch eins samt Anlage 1 der Verordnung der Bezirkshauptmannschaft Feldkirch vom 19. Juli 1972, Z römisch zwei a 1-8/5, betreffend das Aushängen und Anschlagen von Druckwerken in Götzis, als gesetzwidrig aufgehoben.

III. Der VfGH hat erwogen:römisch drei. Der VfGH hat erwogen:

1. Der Beschwerdeführer behauptet durch den angefochtenen Bescheid wegen Anwendung einer gesetzwidrigen Verordnung in seinen Rechten verletzt worden zu sein. Es ist mithin lediglich zu untersuchen, ob diese Behauptung zutrifft und nicht darauf einzugehen, ob der Beschwerdeführer durch diesen Bescheid in verfassungsgesetzlich geschützten Rechten verletzt wurde (vgl. VfSlg. 8918/1980).1. Der Beschwerdeführer behauptet durch den angefochtenen Bescheid wegen Anwendung einer gesetzwidrigen Verordnung in seinen Rechten verletzt worden zu sein. Es ist mithin lediglich zu untersuchen, ob diese Behauptung zutrifft und nicht darauf einzugehen, ob der Beschwerdeführer durch diesen Bescheid in verfassungsgesetzlich geschützten Rechten verletzt wurde vergleiche VfSlg. 8918/1980).

2. Der angefochtene Bescheid greift in Rechte des Beschwerdeführers ein. Da dies auf Grund einer Verordnung geschieht, die vom VfGH als gesetzwidrig aufgehoben worden ist (und da der Bescheid in keinen anderen Rechtsvorschriften Deckung findet), ist der Beschwerdeführer durch den angefochtenen Bescheid jedenfalls wegen Anwendung einer rechtswidrigen generellen Norm in seinen Rechten verletzt worden.

Schlagworte

VfGH / Anlaßfall

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:1983:B179.1979

Dokumentnummer

JFT_10169775_79B00179_00
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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