RS Vwgh 1962/6/19 1632/59

JUSLINE Rechtssatz

Veröffentlicht am 19.06.1962
beobachten
merken

Index

10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
10/07 Verwaltungsgerichtshof

Norm

B-VG Art130 Abs1;
B-VG Art7;
VwGG §11 Abs4 Z1;
VwGG §14;
VwGG §41 Abs1;
  1. B-VG Art. 130 heute
  2. B-VG Art. 130 gültig ab 01.02.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  3. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2019 bis 31.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  4. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2019 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  5. B-VG Art. 130 gültig von 25.05.2018 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  6. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2015 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  7. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 115/2013
  8. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  9. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  10. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  11. B-VG Art. 130 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  12. B-VG Art. 130 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  13. B-VG Art. 130 gültig von 18.07.1962 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 215/1962
  14. B-VG Art. 130 gültig von 25.12.1946 bis 17.07.1962 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  15. B-VG Art. 130 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  16. B-VG Art. 130 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 7 heute
  2. B-VG Art. 7 gültig ab 01.08.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.2004 bis 31.07.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 7 gültig von 16.05.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 68/1998
  5. B-VG Art. 7 gültig von 14.08.1997 bis 15.05.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  6. B-VG Art. 7 gültig von 01.07.1988 bis 13.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  7. B-VG Art. 7 gültig von 01.01.1975 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  8. B-VG Art. 7 gültig von 19.12.1945 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 7 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VwGG § 14 heute
  2. VwGG § 14 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 14 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 14 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 14 gültig von 01.07.2012 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  6. VwGG § 14 gültig von 05.01.1985 bis 30.06.2012
  1. VwGG § 41 heute
  2. VwGG § 41 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 41 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 41 gültig von 01.07.2012 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  5. VwGG § 41 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 41 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Rechtssatz

Der VwGH, der wie jedes andere Staatsorgan an den verfassungsrechtlich inartikulierten Gleichheitssatz (Art 2 StGG, Art 7 B-VG) gebunden ist, vermag der ihm hieraus erwachsenden Verpflichtung zur gleichmäßigen Behandlung aller anhängig werdenden Beschwerdesachen nur in der Form zu entsprechen, daß er aus dem auch für ihn verbindlichen Gesetz über den jeweils zur Entscheidung stehenden Beschwerdefall hinaus rechtliche Maßstäbe entwickelt. Nur die Entwicklung solcher Maßstäbe verhindert es auch, daß die Verwaltung von Beschwerdefall zu Beschwerdefall vor immer wechselnde Rechtsanschauungen des VwGHs gestellt und eine kontinuierliche, die Gleichheit vor dem Gesetz wahrende Verwaltungstätigkeit unmöglich gemacht wird. Der Gesetzgeber hat diesem Erfordernis im besonderen durch die Bestimmungen des § 11 Abs 4 Z 1 und des § 14 VwGG 1952 Rechnung getragen, wonach der VwGH von einer Rechtsanschauung, die in einem Erkenntnis oder Beschluß des VwGHs ausgesprochen wurde, nur abgehen darf, wenn sich wenigstens sechs Mitglieder eines zu bildenden verstärkten Senates hiefür aussprechen. Hieraus folgt deutlich, daß die in einem Erkenntnis oder einem Beschluß des VwGHs geäußerte Rechtsanschauung über den hiermit entschiedenen Beschwerdefall hinaus Geltung beansprucht, die Rechtsprechung des VwGHs daher Maßstäbe zu entwickeln hat, die nicht allein auf den einen entschiedenen Beschwerdefall zugeschnitten sind. Nur durch den Nachweis solcher Maßstäbe wird im übrigen jegliche staatliche Vollziehungstätigkeit dem Vorwurf entrückt, von Fall zu Fall Willkür zu üben.Der VwGH, der wie jedes andere Staatsorgan an den verfassungsrechtlich inartikulierten Gleichheitssatz (Artikel 2, StGG, Artikel 7, B-VG) gebunden ist, vermag der ihm hieraus erwachsenden Verpflichtung zur gleichmäßigen Behandlung aller anhängig werdenden Beschwerdesachen nur in der Form zu entsprechen, daß er aus dem auch für ihn verbindlichen Gesetz über den jeweils zur Entscheidung stehenden Beschwerdefall hinaus rechtliche Maßstäbe entwickelt. Nur die Entwicklung solcher Maßstäbe verhindert es auch, daß die Verwaltung von Beschwerdefall zu Beschwerdefall vor immer wechselnde Rechtsanschauungen des VwGHs gestellt und eine kontinuierliche, die Gleichheit vor dem Gesetz wahrende Verwaltungstätigkeit unmöglich gemacht wird. Der Gesetzgeber hat diesem Erfordernis im besonderen durch die Bestimmungen des Paragraph 11, Absatz 4, Ziffer eins und des Paragraph 14, VwGG 1952 Rechnung getragen, wonach der VwGH von einer Rechtsanschauung, die in einem Erkenntnis oder Beschluß des VwGHs ausgesprochen wurde, nur abgehen darf, wenn sich wenigstens sechs Mitglieder eines zu bildenden verstärkten Senates hiefür aussprechen. Hieraus folgt deutlich, daß die in einem Erkenntnis oder einem Beschluß des VwGHs geäußerte Rechtsanschauung über den hiermit entschiedenen Beschwerdefall hinaus Geltung beansprucht, die Rechtsprechung des VwGHs daher Maßstäbe zu entwickeln hat, die nicht allein auf den einen entschiedenen Beschwerdefall zugeschnitten sind. Nur durch den Nachweis solcher Maßstäbe wird im übrigen jegliche staatliche Vollziehungstätigkeit dem Vorwurf entrückt, von Fall zu Fall Willkür zu üben.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1962:1959001632.X04

Im RIS seit

24.10.2001

Zuletzt aktualisiert am

27.02.2009
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
Zurück Haftungsausschluss Vernetzungsmöglichkeiten

Sofortabfrage ohne Anmeldung!

Jetzt Abfrage starten