TE Vfgh Beschluss 1984/9/20 A14/84

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Veröffentlicht am 20.09.1984
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Index

L0 Verfassungs- und Organisationsrecht
L0030 Bezüge, Bürgermeisterentschädigung

Norm

B-VG Art137 / Bescheid
B-VG Art140 Abs1 / Präjudizialität
Tir G über die Bezüge der Mitglieder des Gemeinderates §2
Tir G über die Bezüge der Mitglieder des Gemeinderates §5 Abs2
Tir GemeindeO 1966 §22
VfGG §7 Abs2 lita
VfGG §19 Abs3 Z2 lita idF BGBl 353/1981
VfGG §41
  1. B-VG Art. 137 heute
  2. B-VG Art. 137 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 137 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 137 gültig von 01.01.1998 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  5. B-VG Art. 137 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  6. B-VG Art. 137 gültig von 25.12.1946 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  7. B-VG Art. 137 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  8. B-VG Art. 137 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 140 heute
  2. B-VG Art. 140 gültig ab 01.01.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2013
  3. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2008
  5. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  6. B-VG Art. 140 gültig von 06.06.1992 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 276/1992
  7. B-VG Art. 140 gültig von 01.01.1991 bis 05.06.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  8. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1988 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 341/1988
  9. B-VG Art. 140 gültig von 01.07.1976 bis 30.06.1988 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  10. B-VG Art. 140 gültig von 19.12.1945 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 140 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VfGG § 7 heute
  2. VfGG § 7 gültig ab 22.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 16/2020
  3. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 21.03.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 101/2014
  4. VfGG § 7 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  5. VfGG § 7 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 7 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  7. VfGG § 7 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. VfGG § 7 gültig von 01.10.2002 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/2002
  9. VfGG § 7 gültig von 01.01.1991 bis 30.09.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 329/1990
  10. VfGG § 7 gültig von 01.07.1976 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 311/1976
  1. VfGG § 19 heute
  2. VfGG § 19 gültig ab 01.02.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 24/2017
  3. VfGG § 19 gültig von 01.01.2017 bis 31.01.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 41/2016
  4. VfGG § 19 gültig von 01.01.2015 bis 31.12.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/2014
  5. VfGG § 19 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  6. VfGG § 19 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  7. VfGG § 19 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  8. VfGG § 19 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  9. VfGG § 19 gültig von 01.08.1984 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 297/1984
  1. VfGG § 41 heute
  2. VfGG § 41 gültig ab 01.03.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VfGG § 41 gültig von 08.02.1958 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 18/1958

Leitsatz

B-VG Art137; Tir. Gemeinde-Bezügegesetz; Klage auf Zahlung einer Entschädigung als Gemeinderat; Erledigung durch Bescheid möglich; keine Zuständigkeit des VfGH

Spruch

Die Klage wird zurückgewiesen.

Prozeßkosten werden nicht zugesprochen.

Begründung

Begründung:

1.1. Der Bf. ist Mitglied des Gemeinderates der Stadtgemeinde Lienz/Tir. Er begehrte mit einer beim VfGH eingebrachten Klage nach Art137 B-VG, die beklagte Stadtgemeinde Lienz zur Leistung der ihm gebührenden Entschädigungen als Gemeinderat (für Barauslagen, Verdienstentgang) in angegebener Höhe für bestimmte Zeiträume (vom August 1982 bis Juli 1983) sowie zur Zahlung der Prozeßkosten binnen Monatsfrist bei sonstigem Zwang zu verpflichten.

1.2. Die Stadtgemeinde Lienz als beklagte Partei erstattete eine Klagebeantwortung und beantragte darin die kostenpflichtige Abweisung des Klagebegehrens.

2. Über die Klage wurde erwogen:

2.1.1. Nach Art137 B-VG erkennt der VfGH über vermögensrechtliche Ansprüche an den Bund, die Länder, die Bezirke, die Gemeinden und Gemeindeverbände, die weder im ordentlichen Rechtsweg auszutragen noch durch Bescheid einer Verwaltungsbehörde zu erledigen sind.

2.1.2. Gemäß §2 Abs1 des Gesetzes vom 22. November 1971 über die Bezüge der Mitglieder des Gemeinderates, Tir. LGBl. 5/1972 (TirGemBezügeG), idF der Nov. LGBl. 18/1981 (iVm. §1 TirGemBezügeG) gebührt Mitgliedern der Gemeinderäte der Gemeinden Tir. (mit Ausnahme der Landeshauptstadt Innsbruck), die - wie der Kläger - weder Bürgermeister, Bürgermeister-Stellvertreter oder Obmänner von Gemeinderatsausschüssen sind noch dem Gemeindevorstand (Stadtrat) angehören und auch keine bestimmten Aufgaben mit erheblichem Zeit- und Arbeitsaufwand zu besorgen haben (vgl. §§3 und 4 TirGemBezügeG), (nur) "der Ersatz der mit der Besorgung ihrer Aufgaben verbundenen notwendigen Barauslagen und des von ihnen nachzuweisenden tatsächlichen Verdienstentganges".2.1.2. Gemäß §2 Abs1 des Gesetzes vom 22. November 1971 über die Bezüge der Mitglieder des Gemeinderates, Tir. Landesgesetzblatt 5 aus 1972, (TirGemBezügeG), in der Fassung der Nov. Landesgesetzblatt 18 aus 1981, in Verbindung mit §1 TirGemBezügeG) gebührt Mitgliedern der Gemeinderäte der Gemeinden Tir. (mit Ausnahme der Landeshauptstadt Innsbruck), die - wie der Kläger - weder Bürgermeister, Bürgermeister-Stellvertreter oder Obmänner von Gemeinderatsausschüssen sind noch dem Gemeindevorstand (Stadtrat) angehören und auch keine bestimmten Aufgaben mit erheblichem Zeit- und Arbeitsaufwand zu besorgen haben vergleiche §§3 und 4 TirGemBezügeG), (nur) "der Ersatz der mit der Besorgung ihrer Aufgaben verbundenen notwendigen Barauslagen und des von ihnen nachzuweisenden tatsächlichen Verdienstentganges".

2.1.3. Nun sind zwar Ansprüche nach §2 TirGemBezügeG (auf Ersatz der Barauslagen und des tatsächlichen Verdienstentganges) öffentlichrechtlicher Natur und somit nicht im ordentlichen Rechtsweg auszutragen. Über derartige Ansprüche hat aber - kraft der ausdrücklichen Vorschrift des §2 Abs6 TirGemBezügeG idF LGBl. 18/1979 - im Streitfall der Gemeinderat (in einem Verwaltungsverfahren) zu entscheiden. Demgemäß fehlt es hier an der Zuständigkeit des VfGH iS des Art137 B-VG, weil der Klagsanspruch "durch Bescheid einer Verwaltungsbehörde" zu erledigen ist (s. bereits VfSlg. 9034/1981).2.1.3. Nun sind zwar Ansprüche nach §2 TirGemBezügeG (auf Ersatz der Barauslagen und des tatsächlichen Verdienstentganges) öffentlichrechtlicher Natur und somit nicht im ordentlichen Rechtsweg auszutragen. Über derartige Ansprüche hat aber - kraft der ausdrücklichen Vorschrift des §2 Abs6 TirGemBezügeG in der Fassung Landesgesetzblatt 18 aus 1979, - im Streitfall der Gemeinderat (in einem Verwaltungsverfahren) zu entscheiden. Demgemäß fehlt es hier an der Zuständigkeit des VfGH iS des Art137 B-VG, weil der Klagsanspruch "durch Bescheid einer Verwaltungsbehörde" zu erledigen ist (s. bereits VfSlg. 9034/1981).

2.1.4. Aus diesen Erwägungen mußte die Klage - als unzulässig - zurückgewiesen werden (s. §19 Abs3 Z2 lita iVm. §7 Abs2 lita VerfGG 1953).2.1.4. Aus diesen Erwägungen mußte die Klage - als unzulässig - zurückgewiesen werden (s. §19 Abs3 Z2 lita in Verbindung mit §7 Abs2 lita VerfGG 1953).

2.2. Angesichts der in der Klagsschrift dargelegten Normbedenken, die sich der Sache nach allein gegen die für die materielle Berechtigung des Klagsanspruchs maßgebend erachteten §§22 Tir. Gemeindeordnung 1966 und 5 Abs2 TirGemBezügeG richten, bleibt abschließend beizufügen, daß der VfGH diese gesetzlichen Vorschriften bei Prüfung der Prozeßvoraussetzungen nicht anzuwenden hatte (Art140 Abs1 Satz 1 B-VG). Diese Gesetzesstellen sind daher hier nicht präjudiziell, sodaß sich ein weiteres Eingehen auf die entsprechenden Ausführungen der klagenden Partei erübrigte.

2.3. Der beklagten Partei, die ohne Beistand eines Rechtsanwalts einschritt, steht Anspruch auf Ersatz des - allein geltend gemachten - Schriftsatzaufwands nicht zu (§41 VerfGG 1953).

Schlagworte

VfGH / Klagen, VfGH / Zuständigkeit, VfGH / Präjudizialität, VfGH / Kosten, Dienstrecht, Bezüge, Gemeinderecht

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:1984:A14.1984

Dokumentnummer

JFT_10159080_84A00014_00
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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