TE Vfgh Erkenntnis 1984/12/3 B658/80

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Veröffentlicht am 03.12.1984
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Index

66 Sozialversicherung
66/01 Allgemeines Sozialversicherungsgesetz

Norm

B-VG Art144 Abs1 / Anlaßfall
ASVG §49 Abs3 Z2
  1. B-VG Art. 144 heute
  2. B-VG Art. 144 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  3. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  4. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 8/1999
  5. B-VG Art. 144 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  6. B-VG Art. 144 gültig von 01.08.1984 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 296/1984
  7. B-VG Art. 144 gültig von 01.08.1981 bis 31.07.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 350/1981
  8. B-VG Art. 144 gültig von 01.07.1976 bis 31.07.1981 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 302/1975
  9. B-VG Art. 144 gültig von 25.12.1946 bis 30.06.1976 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 144 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 144 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. ASVG § 49 heute
  2. ASVG § 49 gültig ab 01.01.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 110/2024
  3. ASVG § 49 gültig von 01.07.2024 bis 31.12.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 46/2024
  4. ASVG § 49 gültig von 01.05.2024 bis 30.06.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 46/2024
  5. ASVG § 49 gültig von 01.01.2024 bis 30.04.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 200/2023
  6. ASVG § 49 gültig von 01.01.2024 bis 31.12.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 152/2023
  7. ASVG § 49 gültig von 01.01.2024 bis 31.12.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 110/2023
  8. ASVG § 49 gültig von 23.12.2023 bis 31.12.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 152/2023
  9. ASVG § 49 gültig von 01.01.2023 bis 22.12.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 236/2022
  10. ASVG § 49 gültig von 01.07.2022 bis 31.12.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 108/2022
  11. ASVG § 49 gültig von 01.07.2022 bis 30.06.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2022
  12. ASVG § 49 gültig von 01.01.2022 bis 30.06.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 238/2021
  13. ASVG § 49 gültig von 31.12.2021 bis 31.12.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 238/2021
  14. ASVG § 49 gültig von 01.07.2021 bis 30.12.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 114/2021
  15. ASVG § 49 gültig von 01.01.2021 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/2021
  16. ASVG § 49 gültig von 01.07.2020 bis 31.12.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 54/2020
  17. ASVG § 49 gültig von 05.04.2020 bis 30.06.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 23/2020
  18. ASVG § 49 gültig von 01.01.2020 bis 04.04.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2018
  19. ASVG § 49 gültig von 17.05.2018 bis 31.12.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 30/2018
  20. ASVG § 49 gültig von 01.01.2018 bis 16.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 105/2017
  21. ASVG § 49 gültig von 01.01.2016 bis 31.12.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 162/2015
  22. ASVG § 49 gültig von 01.01.2016 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 118/2015
  23. ASVG § 49 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2015
  24. ASVG § 49 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 139/2013
  25. ASVG § 49 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 147/2009
  26. ASVG § 49 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 135/2009
  27. ASVG § 49 gültig von 01.01.2010 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 84/2009
  28. ASVG § 49 gültig von 01.08.2009 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 83/2009
  29. ASVG § 49 gültig von 01.01.2009 bis 31.07.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 83/2009
  30. ASVG § 49 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 83/2009
  31. ASVG § 49 gültig von 10.07.2007 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 45/2007
  32. ASVG § 49 gültig von 01.07.2007 bis 09.07.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 31/2007
  33. ASVG § 49 gültig von 01.01.2005 bis 30.06.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2006
  34. ASVG § 49 gültig von 01.09.2002 bis 31.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 140/2002
  35. ASVG § 49 gültig von 01.07.2002 bis 31.08.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2002
  36. ASVG § 49 gültig von 01.01.2002 bis 30.06.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 1/2002
  37. ASVG § 49 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 99/2001
  38. ASVG § 49 gültig von 01.01.2002 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 67/2001
  39. ASVG § 49 gültig von 06.01.2001 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2001
  40. ASVG § 49 gültig von 01.01.1998 bis 05.01.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 139/1997
  41. ASVG § 49 gültig von 01.08.1996 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 411/1996

Leitsatz

ASVG; Rechtsverletzung wegen Anwendung einer rechtswidrigen generellen Norm infolge Anlaßfallwirkung der Aufhebung einiger Worte in §49 Abs3 Z2; keine Trennbarkeit des vorgeschriebenen Betrages in einen rechtskräftig vorgeschriebenen Teil und einen aufgrund des angefochtenen Bescheides zu entrichtenden Teil

Spruch

Der Bescheid wird aufgehoben.

Begründung

Entscheidungsgründe:

I. 1. a) Mit dem Bescheid der Tir. Gebietskrankenkasse für Arbeiter und Angestellte vom 11. August 1980 wurde der Bf. als Inhaber eines Gerbereibetriebes (Arbeitgeber) "gemäß §§49, 51 und 54 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG), BGBl. Nr. 189/1955, §62 Abs2 des Arbeitslosenversicherungsgesetzes (AlVG), BGBl. Nr. 199/1958, §5 Abs4 des Bundesgesetzes über die Einhebung des Wohnbauförderungsbeitrages, BGBl. Nr. 13/1952, §12 Abs2 des Bundesgesetzes über die Wohnungsbeihilfe, BGBl. Nr. 229/1951, §13 des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EFZG), BGBl. Nr. 399/1974, §12 des Insolvenz-Entgeltsicherungsgesetzes (IESG), BGBl. Nr. 324/77, sowie §19 des Arbeiterkammergesetzes, BGBl. Nr. 105/1954, alle in den jeweils geltenden Fassungen, verpflichtet, den Betrag von 137457,62 S an die Tiroler Gebietskrankenkasse für Arbeiter und Angestellte zu bezahlen."römisch eins. 1. a) Mit dem Bescheid der Tir. Gebietskrankenkasse für Arbeiter und Angestellte vom 11. August 1980 wurde der Bf. als Inhaber eines Gerbereibetriebes (Arbeitgeber) "gemäß §§49, 51 und 54 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG), Bundesgesetzblatt Nr. 189 aus 1955,, §62 Abs2 des Arbeitslosenversicherungsgesetzes (AlVG), Bundesgesetzblatt Nr. 199 aus 1958,, §5 Abs4 des Bundesgesetzes über die Einhebung des Wohnbauförderungsbeitrages, Bundesgesetzblatt Nr. 13 aus 1952,, §12 Abs2 des Bundesgesetzes über die Wohnungsbeihilfe, Bundesgesetzblatt Nr. 229 aus 1951,, §13 des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EFZG), Bundesgesetzblatt Nr. 399 aus 1974,, §12 des Insolvenz-Entgeltsicherungsgesetzes (IESG), BGBl. Nr. 324/77, sowie §19 des Arbeiterkammergesetzes, Bundesgesetzblatt Nr. 105 aus 1954,, alle in den jeweils geltenden Fassungen, verpflichtet, den Betrag von 137457,62 S an die Tiroler Gebietskrankenkasse für Arbeiter und Angestellte zu bezahlen."

Nach der Begründung dieses Bescheides habe die Tir. Gebietskrankenkasse beim Bf. vom 5. März 1980 bis 7. März 1980 eine (den Zeitraum vom 1. März 1975 bis 28. Feber 1980 umfassende) Beitragsprüfung durchgeführt. Dabei habe festgestellt werden können, daß in 228 Fällen beitragspflichtige Löhne und in 12 Fällen beitragspflichtige Sonderzahlungen nicht bzw. unrichtig zur Beitragsverrechnung gemeldet worden seien. In 3 Fällen habe außerdem das gemeldete Eintrittsdatum und in einem Fall das gemeldete Austrittsdatum mit den tatsächlichen Gegebenheiten nicht übereingestimmt. Aus der Aufstellung über Entgeltdifferenzen sowie aus der Beitragsnachrechnung vom 7. Mai 1980 ergebe sich eine Beitragsnachrechnung in der Höhe von 137457,62 S.

b) In dem gegen diesen Bescheid erhobenen Einspruch bekämpfte der Bf. lediglich die Einbeziehung der Schmutzzulagen in die Bemessungsgrundlage. Dieser Einspruch wurde damit begründet, daß die Höhe der Schmutzzulage in dem für das Bundesland Tirol geltenden Kollektivvertrag erst ab 1. Oktober 1979 mit 20 vH des Kollektivvertragslohnes festgesetzt worden sei.

c) Der Einspruch des Bf. wurde mit dem Bescheid des Landeshauptmannes von Tirol vom 6. November 1980 gemäß §§412 bis 414 ASVG als unbegründet abgewiesen.

2. Gegen den Bescheid des Landeshauptmannes von Tirol vom 6. November 1980 richtet sich die unter Berufung auf Art144 B-VG erhobene Beschwerde. In dieser wird der Antrag gestellt, "auszusprechen, daß der angefochtene Bescheid und die Anwendung des §49 Abs3 Ziffer 2 ASVG ... den Beschwerdeführer in seinem verfassungsrechtlich gewährleisteten Recht auf Gleichbehandlung mit anderen Gerbereiunternehmern in Österreich gemäß Art7 Abs1 BVG" verletze. Es wird die kostenpflichtige Aufhebung des angefochtenen Bescheides beantragt.

II. Aus Anlaß der vorliegenden Beschwerde hat der VfGH von Amts wegen ein Verfahren zur Prüfung der Verfassungsmäßigkeit der Worte "oder kollektivvertraglicher Regelungen" in §49 Abs3 Z2 ASVG, BGBl. 189/1955, idF der 29. Nov., BGBl. 31/1973, eingeleitet.römisch zwei. Aus Anlaß der vorliegenden Beschwerde hat der VfGH von Amts wegen ein Verfahren zur Prüfung der Verfassungsmäßigkeit der Worte "oder kollektivvertraglicher Regelungen" in §49 Abs3 Z2 ASVG, Bundesgesetzblatt 189 aus 1955,, in der Fassung der 29. Nov., Bundesgesetzblatt 31 aus 1973,, eingeleitet.

Mit dem Erk. vom 28. Juni 1984, G36, 37/82 ua., wurde die in Prüfung gezogene Bestimmung als verfassungswidrig aufgehoben.

III. Der VfGH hat über die Beschwerde erwogen:römisch drei. Der VfGH hat über die Beschwerde erwogen:

1. Im Bescheid der Tir. Gebietskrankenkasse vom 11. August 1980 ist die vom Bf. als Arbeitgeber bis zum 31. Jänner 1979 gezahlte Schmutzzulage in der Höhe von 20 vH des Kollektivvertragslohnes in die Bemessungsgrundlage für die Ermittlung der Sozialversicherungsbeiträge einbezogen worden. Ab 1. Feber 1979 entfiel nach dem für den Bereich des Landes Tirol geltenden Kollektivvertrag die Einbeziehung einer Schmutzzulage in der Höhe von 10 vH und ab 1. Oktober 1979 in der Höhe von 20 vH des Kollektivvertragslohnes.

Da sich der vom Bf. gegen den Bescheid der Tir. Gebietskrankenkasse erhobene Einspruch nur gegen die Einbeziehung der Schmutzzulage in die Bemessungsgrundlage gerichtet hat, ist die darin enthaltene Vorschreibung einer Geldleistung an den Bf., soweit sie nicht die durch die Einbeziehung der Schmutzzulage in die Bemessungsgrundlage vorgeschriebene Nachentrichtung von Sozialversicherungsbeiträgen zum Gegenstand hat, in Rechtskraft erwachsen.

Bei der Entscheidung über den Einspruch hatte die bel. Beh. die Bestimmung, die nach dem in Punkt II angeführten Erk. als verfassungswidrig aufgehoben wurde, anzuwenden. Auch auf diese Bestimmung stützt sich die Vorschreibung des Betrages von 137457,62 S, dessen Trennung in einen aufgrund des rechtskräftigen Bescheides der Tir. Gebietskrankenkasse zu entrichtenden Teil und in einen aufgrund des angefochtenen Bescheides zu entrichtenden Teil zwar rechnerisch möglich sein sollte, dem VfGH aber wegen der in den Berechnungsformularen verwendeten Abkürzungen nicht möglich ist.Bei der Entscheidung über den Einspruch hatte die bel. Beh. die Bestimmung, die nach dem in Punkt römisch zwei angeführten Erk. als verfassungswidrig aufgehoben wurde, anzuwenden. Auch auf diese Bestimmung stützt sich die Vorschreibung des Betrages von 137457,62 S, dessen Trennung in einen aufgrund des rechtskräftigen Bescheides der Tir. Gebietskrankenkasse zu entrichtenden Teil und in einen aufgrund des angefochtenen Bescheides zu entrichtenden Teil zwar rechnerisch möglich sein sollte, dem VfGH aber wegen der in den Berechnungsformularen verwendeten Abkürzungen nicht möglich ist.

Es ist jedenfalls nicht ausgeschlossen, daß nach der durch die Aufhebung der angeführten Worte in §49 Abs3 Z2 ASVG bestimmten Rechtslage für den Bf. eine Änderung in der Vorschreibung zur Nachentrichtung von Sozialversicherungsbeiträgen eintritt.

Der Bf. ist somit durch den angefochtenen Bescheid wegen Anwendung einer rechtswidrigen generellen Norm in seinen Rechten verletzt worden.

Der Bescheid war daher aufzuheben.

Schlagworte

VfGH / Anlaßfall, Bescheid Rechtskraft, Bescheid Trennbarkeit, Sozialversicherung, Beitragspflicht (Sozialversicherung)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VFGH:1984:B658.1980

Dokumentnummer

JFT_10158797_80B00658_00
Quelle: Verfassungsgerichtshof VfGH, http://www.vfgh.gv.at
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