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20/01 Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch (ABGB)Beachte
Abweichende Rechtsprechung eines anderen Tribunal: VfGH 24. Juni 1982, B 66/81, VfSlg 9446; Besprechung in: NZ 1986/10, S 218; AnwBl 3/1987, S 186; Abgehen von Vorjudikatur (demonstrative Auflistung): 1945/48 E 19. April 1950 VwSlg 214 F/1950 RS 5; 1526/49 E 14. Juni 1950 VwSlg 238 F/1950 RS 2; 0400/70 E 17. Juni 1971 VwSlg 4250 F/1971 RS 1; 1833/62 E 9. Jänner 1964 VwSlg 3002 F/1964 RS 1; 1825/64 E 10. Juni 1965 RS 1; 2991/58 E 8. Juni 1959 VwSlg 2033 F/1959 RS 1; (RIS: abgv)Rechtssatz
Bei der Abfindung eines Pflichtteilsanspruches durch Hingabe eines Grundstückes aus dem Nachlaß handelt es sich um eine Hingabe an Zahlungsstatt, die das Schuldverhältnis durch Erfüllung bzw durch ein "Erfüllungssurrogat" zum Erlöschen bringt. Als Rechtsgrund für die Hingabe des Grundstückes ist unmittelbar der geltend gemachte Pflichtteilsanspruch des Berechtigten anzusehen. Damit ist der Tatbestand des § 2 Abs 1 Z 1 ErbStG 1955 erfüllt, ohne daß es der Heranziehug des § 2 Abs 2 Z 4 EStG 1955 bedürfte (entgegen VfGH E 24.6.1982, B 66/81, VfSlg 9446). Es handelt sich dabei also nur um einen Erwerb von Todes wegen, der gemäß § 3 Z 2 GrEStG von der Grunderwerbsteuer ausgenommen ist. Die Auffassung, daß es sich bei der Vereinbarung über die Hingabe des Grundstückes um ein einem Übereignungsanspruch begründendes Geschäft unter Lebenden iSd § 1 Abs 1 Z 1 GrEStG handle, kann nicht aufrechterhalten werden.Bei der Abfindung eines Pflichtteilsanspruches durch Hingabe eines Grundstückes aus dem Nachlaß handelt es sich um eine Hingabe an Zahlungsstatt, die das Schuldverhältnis durch Erfüllung bzw durch ein "Erfüllungssurrogat" zum Erlöschen bringt. Als Rechtsgrund für die Hingabe des Grundstückes ist unmittelbar der geltend gemachte Pflichtteilsanspruch des Berechtigten anzusehen. Damit ist der Tatbestand des Paragraph 2, Absatz eins, Ziffer eins, ErbStG 1955 erfüllt, ohne daß es der Heranziehug des Paragraph 2, Absatz 2, Ziffer 4, EStG 1955 bedürfte (entgegen VfGH E 24.6.1982, B 66/81, VfSlg 9446). Es handelt sich dabei also nur um einen Erwerb von Todes wegen, der gemäß Paragraph 3, Ziffer 2, GrEStG von der Grunderwerbsteuer ausgenommen ist. Die Auffassung, daß es sich bei der Vereinbarung über die Hingabe des Grundstückes um ein einem Übereignungsanspruch begründendes Geschäft unter Lebenden iSd Paragraph eins, Absatz eins, Ziffer eins, GrEStG handle, kann nicht aufrechterhalten werden.
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:VWGH:1985:1983160178.X01Im RIS seit
12.12.1985