TE Vwgh Erkenntnis 1989/10/18 89/02/0150

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Veröffentlicht am 18.10.1989
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Index

Verwaltungsverfahren - AVG
10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
10/07 Verwaltungsgerichtshof
40/01 Verwaltungsverfahren

Norm

AVG §13 Abs1
AVG §13 Abs2
AVG §13 Abs4
B-VG Art131 Abs1 Z1
VwGG §34 Abs1
VwGG §42 Abs1
VwGG §42 Abs2
  1. AVG § 13 heute
  2. AVG § 13 gültig ab 15.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. AVG § 13 gültig von 01.01.2012 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2011
  4. AVG § 13 gültig von 01.01.2011 bis 31.12.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2008
  5. AVG § 13 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2008
  6. AVG § 13 gültig von 01.07.2004 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2004
  7. AVG § 13 gültig von 01.03.2004 bis 30.06.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2004
  8. AVG § 13 gültig von 20.04.2002 bis 29.02.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  9. AVG § 13 gültig von 01.01.2002 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 137/2001
  10. AVG § 13 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  11. AVG § 13 gültig von 01.02.1991 bis 31.12.1998
  1. AVG § 13 heute
  2. AVG § 13 gültig ab 15.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. AVG § 13 gültig von 01.01.2012 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2011
  4. AVG § 13 gültig von 01.01.2011 bis 31.12.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2008
  5. AVG § 13 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2008
  6. AVG § 13 gültig von 01.07.2004 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2004
  7. AVG § 13 gültig von 01.03.2004 bis 30.06.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2004
  8. AVG § 13 gültig von 20.04.2002 bis 29.02.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  9. AVG § 13 gültig von 01.01.2002 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 137/2001
  10. AVG § 13 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  11. AVG § 13 gültig von 01.02.1991 bis 31.12.1998
  1. AVG § 13 heute
  2. AVG § 13 gültig ab 15.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. AVG § 13 gültig von 01.01.2012 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2011
  4. AVG § 13 gültig von 01.01.2011 bis 31.12.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2008
  5. AVG § 13 gültig von 01.01.2008 bis 31.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2008
  6. AVG § 13 gültig von 01.07.2004 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2004
  7. AVG § 13 gültig von 01.03.2004 bis 30.06.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 10/2004
  8. AVG § 13 gültig von 20.04.2002 bis 29.02.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  9. AVG § 13 gültig von 01.01.2002 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 137/2001
  10. AVG § 13 gültig von 01.01.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  11. AVG § 13 gültig von 01.02.1991 bis 31.12.1998
  1. B-VG Art. 131 heute
  2. B-VG Art. 131 gültig ab 27.02.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 5/2024
  3. B-VG Art. 131 gültig von 01.02.2019 bis 26.02.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 14/2019
  4. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.2019 bis 31.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  5. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  6. B-VG Art. 131 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.2004 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.2003 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 99/2002
  9. B-VG Art. 131 gültig von 04.09.1999 bis 31.12.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 194/1999
  10. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.1998 bis 03.09.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 87/1997
  11. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  12. B-VG Art. 131 gültig von 28.04.1975 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 316/1975
  13. B-VG Art. 131 gültig von 01.01.1975 bis 27.04.1975 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  14. B-VG Art. 131 gültig von 18.07.1962 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 215/1962
  15. B-VG Art. 131 gültig von 25.12.1946 bis 17.07.1962 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  16. B-VG Art. 131 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  17. B-VG Art. 131 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Seiler und die Hofräte Dr. Dorner und Dr. Bernard als Richter, im Beisein der Schriftführerin Dr. Honsig-Erlenburg, über die Beschwerde des Mag. W M in W, vertreten durch Dr. Wilhelm Frysak, Rechtsanwalt in Wien XXII, gegen den Bescheid des Landeshauptmannes von Wien vom 12. Juni 1989, Zl. MA 70-10/935/89/Str, betreffend Aufhebung eines Straferkenntnisses, zu Recht erkannt:Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Seiler und die Hofräte Dr. Dorner und Dr. Bernard als Richter, im Beisein der Schriftführerin Dr. Honsig-Erlenburg, über die Beschwerde des Mag. W M in W, vertreten durch Dr. Wilhelm Frysak, Rechtsanwalt in Wien römisch 22 , gegen den Bescheid des Landeshauptmannes von Wien vom 12. Juni 1989, Zl. MA 70-10/935/89/Str, betreffend Aufhebung eines Straferkenntnisses, zu Recht erkannt:

Spruch

Die Beschwerde wird als unbegründet abgewiesen.

Begründung

Mit dem angefochtenen Bescheid hob die belangte Behörde ein an den Beschwerdeführer ergangenes Straferkenntnis der Bundespolizeidirektion Wien betreffend eine Übertretung des Kraftfahrgesetzes 1967, auf. In der Begründung führte die belangte Behörde aus, daß der Beschwerdeführer wegen der in Rede stehenden Verwaltungsübertretung bereits mit einer Strafverfügung der Bundespolizeidirektion Wien rechtskräftig bestraft worden sei. Der Beschwerdeführer habe gegen diese Strafverfügung keinen wirksamen Einspruch eingebracht.

In seiner an den Verwaltungsgerichtshof gerichteten Beschwerde macht der Beschwerdeführer Rechtswidrigkeit des Inhaltes des angefochtenen Bescheides und Rechtswidrigkeit infolge Verletzung von Verfahrensvorschriften geltend und beantragt die kostenpflichtige Aufhebung des angefochtenen Bescheides.

Der Gerichtshof hat erwogen:

1. Der Beschwerdeführer ist zur Bekämpfung des angefochtenen Bescheides legitimiert, obwohl mit seinem Spruch das ihn belastende Straferkenntnis aufgehoben worden ist. Durch die tragende Begründung des angefochtenen Bescheides in Verbindung mit seinem Spruch ist in einer der Rechtskraft fähigen Weise über das Bestehen einer Vorstrafe des Beschwerdeführers auf Grund der Strafverfügung abgesprochen worden. Seine Rechtsstellung ist daher eine verschiedene, je nachdem, ob der angefochtene Bescheid aufrecht bleibt oder aufgehoben wird (vgl. das Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 30. September 1983, Zlen. 83/04/0125, 0252 - in Form von Rechtssätzen abgedruckt unter Slg. Nr. 11.171/A).1. Der Beschwerdeführer ist zur Bekämpfung des angefochtenen Bescheides legitimiert, obwohl mit seinem Spruch das ihn belastende Straferkenntnis aufgehoben worden ist. Durch die tragende Begründung des angefochtenen Bescheides in Verbindung mit seinem Spruch ist in einer der Rechtskraft fähigen Weise über das Bestehen einer Vorstrafe des Beschwerdeführers auf Grund der Strafverfügung abgesprochen worden. Seine Rechtsstellung ist daher eine verschiedene, je nachdem, ob der angefochtene Bescheid aufrecht bleibt oder aufgehoben wird vergleiche , das Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 30. September 1983, Zlen. 83/04/0125, 0252 - in Form von Rechtssätzen abgedruckt unter Slg. Nr. 11.171/A).

2. Der Beschwerdeführer bringt vor, er habe einen schriftlichen Einspruch bei einem Bezirkspolizeikommissariat der Bundespolizeidirktion Wien überreichen wollen, der diensthabende Beamte habe jedoch die Entgegennahme verweigert. Diese Verweigerung sei gesetzwidrig gewesen. Der Sache nach vermeint der Beschwerdeführer, die Rechtswidrigkeit der Verweigerung der Entgegennahme seines Einspruches bewirke die Rechtswirksamkeit der Einbringung.

Der Beschwerdeführer ist damit nicht im Recht. Auszugehen ist davon, daß ein schriftliches Anbringen an die Behörde auch bei der Behörde überreicht werden kann. Wird die Entgegennahme dieses Schriftstückes - aus welchen Gründen immer und gleichgültig, ob zu Recht oder zu Unrecht erfolgt - verweigert, so hat dies die Wirkung, daß das Anbringen nicht bei der Behörde eingelangt ist. Das Einlangen aber ist Voraussetzung für das Vorliegen eines von der Behörde zu behandelnden Anbringens (vgl. das Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 21. Jänner 1976, Zl. 1207/75). Die Behörde kann nur ein bei ihr aufliegendes Anbringen „in Verhandlung ziehen“ (§ 13 Abs. 4 AVG 1950).Der Beschwerdeführer ist damit nicht im Recht. Auszugehen ist davon, daß ein schriftliches Anbringen an die Behörde auch bei der Behörde überreicht werden kann. Wird die Entgegennahme dieses Schriftstückes - aus welchen Gründen immer und gleichgültig, ob zu Recht oder zu Unrecht erfolgt - verweigert, so hat dies die Wirkung, daß das Anbringen nicht bei der Behörde eingelangt ist. Das Einlangen aber ist Voraussetzung für das Vorliegen eines von der Behörde zu behandelnden Anbringens vergleiche , das Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 21. Jänner 1976, Zl. 1207/75). Die Behörde kann nur ein bei ihr aufliegendes Anbringen „in Verhandlung ziehen“ (Paragraph 13, Absatz 4, AVG 1950).

Das gleiche gilt für die behauptete Verweigerung der Protokollierung eines mündlichen Einspruches.

Der Beschwerdeführer hätte - von ihm unbestritten - andere Möglichkeiten gehabt, den Einspruch rechtzeitig einzubringen, so etwa durch Einwurf in den Einlaufkasten oder durch Postaufgabe. Er hat dies - ausgehend von seiner unrichtigen Rechtsansicht - für überflüssig gehalten und unterlassen.

Das gesamte Vorbringen des Beschwerdeführers, der Einspruch hätte entgegengenommen werden müssen, geht ins Leere, weil auch zutreffendenfalls nicht von einem wirksamen Einspruch die Rede sein könnte. Die vom Beschwerdeführer (u.a.) zitierte Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes vom 12. Mai 1977, Zl. 2499/76, betraf keinen vergleichbaren Sachverhalt, weil dort das schriftliche Rechtsmittel tatsächlich innerhalb der Rechtsmittelfrist bei der Einbringungsstelle eingelangt ist.

Da bereits der Inhalt der Beschwerde erkennen läßt, daß die behauptete Rechtsverletzung nicht vorliegt, war die Beschwerde gemäß § 35 Abs. 1 VwGG ohne weiteres Verfahren in nichtöffentlicher Sitzung abzuweisen.Da bereits der Inhalt der Beschwerde erkennen läßt, daß die behauptete Rechtsverletzung nicht vorliegt, war die Beschwerde gemäß Paragraph 35, Absatz eins, VwGG ohne weiteres Verfahren in nichtöffentlicher Sitzung abzuweisen.

Wien, am 18. Oktober 1989

Schlagworte

Mangel der Berechtigung zur Erhebung der Beschwerde mangelnde subjektive Rechtsverletzung Grundsätzliches zur Parteistellung vor dem VwGH Allgemein

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:1989:1989020150.X00

Im RIS seit

27.05.2004

Zuletzt aktualisiert am

17.04.2026
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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