TE Vwgh Beschluss 2013/4/17 2013/12/0028

JUSLINE Entscheidung

Veröffentlicht am 17.04.2013
beobachten
merken

Index

10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG);
10/07 Verwaltungsgerichtshof;
63/01 Beamten-Dienstrechtsgesetz;

Norm

BDG 1979 §38;
BDG 1979 §40;
BDG 1979 §41a Abs6;
B-VG Art133 Z4;
VwGG §34 Abs1;
  1. BDG 1979 § 38 heute
  2. BDG 1979 § 38 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 120/2012
  3. BDG 1979 § 38 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 35/2012
  4. BDG 1979 § 38 gültig von 01.07.1997 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/1998
  5. BDG 1979 § 38 gültig von 01.01.1995 bis 30.06.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 43/1995
  6. BDG 1979 § 38 gültig von 01.01.1995 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 550/1994
  7. BDG 1979 § 38 gültig von 01.01.1980 bis 31.12.1994
  1. BDG 1979 § 41a gültig von 01.01.2014 bis 31.12.2013 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 120/2012
  2. BDG 1979 § 41a gültig von 01.01.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 140/2011
  3. BDG 1979 § 41a gültig von 31.12.2009 bis 31.12.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 153/2009
  4. BDG 1979 § 41a gültig von 01.05.2003 bis 30.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 130/2003
  5. BDG 1979 § 41a gültig von 01.04.2000 bis 30.04.2003 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 94/2000
  6. BDG 1979 § 41a gültig von 01.01.1998 bis 31.03.2000 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/1998
  7. BDG 1979 § 41a gültig von 01.07.1997 bis 31.12.1997 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 61/1997
  8. BDG 1979 § 41a gültig von 01.05.1996 bis 30.06.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 375/1996
  9. BDG 1979 § 41a gültig von 01.01.1995 bis 30.04.1996 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 43/1995
  10. BDG 1979 § 41a gültig von 01.01.1995 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 550/1994
  1. B-VG Art. 133 heute
  2. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2019 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. B-VG Art. 133 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  4. B-VG Art. 133 gültig von 25.05.2018 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  5. B-VG Art. 133 gültig von 01.08.2014 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2013
  6. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.1975 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  9. B-VG Art. 133 gültig von 25.12.1946 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 133 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 133 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Sulyok und die Hofräte Dr. Zens und Dr. Thoma als Richter, im Beisein des Schriftführers Dr. Köhler, in der Beschwerdesache des R F in W, vertreten durch Dr. Thomas König, Rechtsanwalt in 1010 Wien, Tuchlauben 15/Kleeblattgasse 13/Top 9, gegen die Bundesministerin für Inneres wegen Verletzung ihrer Entscheidungspflicht in einer Angelegenheit der Feststellung von Dienstpflichten den Beschluss gefasst:

Spruch

Die Beschwerde wird zurückgewiesen.

Begründung

Der Beschwerdeführer steht als Oberst in einem öffentlichrechtlichen Dienstverhältnis zum Bund und im Innenressort in Verwendung.

Mit schriftlicher Erledigung vom 29. März 2012 erklärte die belangte Behörde dem Beschwerdeführer, er werde, weil er sich nicht mehr in der Lage sähe, den Dienst an seinem bisherigen Arbeitsplatz im Referat A sowie in der Abteilung B auszuüben, mit Wirksamkeit vom 1. April d.J. dem Referat C (in der Zentralstelle) zur dauernden Dienstleistung zugewiesen.

In seinem Schriftsatz vom 17. April 2012 beantragte der - rechtsfreundlich vertretene - Beschwerdeführer, die belangte Behörde möge feststellen, dass die Befolgung dieses Dienstauftrages (Weisung), der zufolge er ab 1. April 2012 im Referat C seine dauernde Dienstleistung zu erbringen habe, nicht zu seinen Dienstpflichten zähle. Beim Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismus-bekämpfung handle es sich um eine eigene Dienststelle, sodass durch die Zuweisung zum Referat C zur dauernden Dienstleistung die Zuweisung zu einer anderen Dienststelle vorliege.

In einem weiteren Schriftsatz vom 10. Oktober 2012 erhob er u. a. Remonstration gegen die Weisung vom 29. März 2012.

In seiner Säumnisbeschwerde vom 26. Februar 2013 macht der Beschwerdeführer geltend, dass die belangte Behörde ihre Pflicht zur Entscheidung über seinen Antrag vom 17. April 2012 verletzt habe, woraufhin der Verwaltungsgerichtshof gemäß § 35 Abs. 3 VwGG das Vorverfahren über diese Säumnisbeschwerde einleitete.In seiner Säumnisbeschwerde vom 26. Februar 2013 macht der Beschwerdeführer geltend, dass die belangte Behörde ihre Pflicht zur Entscheidung über seinen Antrag vom 17. April 2012 verletzt habe, woraufhin der Verwaltungsgerichtshof gemäß Paragraph 35, Absatz 3, VwGG das Vorverfahren über diese Säumnisbeschwerde einleitete.

Mit Erledigung vom 19. März 2012 legt die belangte Behörde im Bescheid vom 1. März 2013 vor, mit dem sie den Antrag vom 17. April 2012 abwies. Aus in ihrer Erledigung vom 19. März 2013 näher dargelegten Gründen liege eine Verletzung der Entscheidungspflicht in concreto nicht vor.

Für die Qualifikation einer konkreten Personalmaßnahme als Dienstzuteilung oder Versetzung kommt es nicht darauf an, wie sie sich "deklariert", sondern auf ihren tatsächlichen Gehalt. Ob eine Versetzung vorliegt, die nach dem BDG 1979 nur durch Bescheid verfügt werden darf, richtet sich somit nicht danach, ob sie sich selbst als Versetzung oder Dienstzuteilung bezeichnet, sondern ob ihrem normativen Gehalt entsprechend eine dauernde Zuweisung zu einer anderen Dienststelle erfolgt (vgl. etwa die hg. Beschlüsse vom 16. Dezember 2009, Zl. 2009/12/0201, sowie vom 12. Mai 2010, Zl. 2010/12/0041).Für die Qualifikation einer konkreten Personalmaßnahme als Dienstzuteilung oder Versetzung kommt es nicht darauf an, wie sie sich "deklariert", sondern auf ihren tatsächlichen Gehalt. Ob eine Versetzung vorliegt, die nach dem BDG 1979 nur durch Bescheid verfügt werden darf, richtet sich somit nicht danach, ob sie sich selbst als Versetzung oder Dienstzuteilung bezeichnet, sondern ob ihrem normativen Gehalt entsprechend eine dauernde Zuweisung zu einer anderen Dienststelle erfolgt vergleiche , etwa die hg. Beschlüsse vom 16. Dezember 2009, Zl. 2009/12/0201, sowie vom 12. Mai 2010, Zl. 2010/12/0041).

Nach der Verfassungsbestimmung des § 41a Abs. 6 BDG 1979 entscheidet die Berufungskommission u.a. über Berufungen gegen in erster Instanz ergangene Bescheide in Angelegenheiten der §§ 38 und 40 BDG 1979. Die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes sowie der Berufungskommission legt den Begriff der "Angelegenheiten der §§ 38, 40 BDG 1979" in § 41a Abs. 6 BDG 1979 weit aus. Hiezu zählen nicht nur die bescheidförmige Verfügung einer Versetzung oder Verwendungsänderung durch die Dienstbehörde, sondern etwa auch deren Entscheidung über den Antrag eines Beamten, festzustellen, ob eine qualifizierte oder schlichte Verwendungsänderung vorliegt. Dies gilt auch in Ansehung von Formalentscheidungen über derartige Feststellungsanträge (vgl. etwa die hg. Beschlüsse vom 23. Jänner 2008, Zl. 2007/12/0176, sowie vom 19. Dezember 2012, Zl. 2012/12/0145, mwN).Nach der Verfassungsbestimmung des Paragraph 41 a, Absatz 6, BDG 1979 entscheidet die Berufungskommission u.a. über Berufungen gegen in erster Instanz ergangene Bescheide in Angelegenheiten der Paragraphen 38, und 40 BDG 1979. Die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes sowie der Berufungskommission legt den Begriff der "Angelegenheiten der Paragraphen 38, 40, BDG 1979" in Paragraph 41 a, Absatz 6, BDG 1979 weit aus. Hiezu zählen nicht nur die bescheidförmige Verfügung einer Versetzung oder Verwendungsänderung durch die Dienstbehörde, sondern etwa auch deren Entscheidung über den Antrag eines Beamten, festzustellen, ob eine qualifizierte oder schlichte Verwendungsänderung vorliegt. Dies gilt auch in Ansehung von Formalentscheidungen über derartige Feststellungsanträge vergleiche , etwa die hg. Beschlüsse vom 23. Jänner 2008, Zl. 2007/12/0176, sowie vom 19. Dezember 2012, Zl. 2012/12/0145, mwN).

Genau diese Frage relevierte der Beschwerdeführer allerdings in seinem eingangs zitierten Antrag vom 17. April 2012, sodass im Fall der Säumnis der belangten Behörde in der Entscheidung über den Feststellungsantrag des Beschwerdeführers die Berufungskommission beim Bundeskanzleramt als sachlich in Betracht kommende Oberbehörde anzurufen war, womit aber die Angelegenheit nach Art. 133 Z. 4 B-VG von der Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtshofes ausgeschlossen ist (vgl. etwa den zitierten Beschluss vom 12. Mai 2010).Genau diese Frage relevierte der Beschwerdeführer allerdings in seinem eingangs zitierten Antrag vom 17. April 2012, sodass im Fall der Säumnis der belangten Behörde in der Entscheidung über den Feststellungsantrag des Beschwerdeführers die Berufungskommission beim Bundeskanzleramt als sachlich in Betracht kommende Oberbehörde anzurufen war, womit aber die Angelegenheit nach Artikel 133, Ziffer 4, B-VG von der Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtshofes ausgeschlossen ist vergleiche , etwa den zitierten Beschluss vom 12. Mai 2010).

Die Beschwerde war daher gemäß § 34 Abs. 1 VwGG zurückzuweisen.Die Beschwerde war daher gemäß Paragraph 34, Absatz eins, VwGG zurückzuweisen.

Einen Antrag auf Aufwandersatz hat die belangte Behörde nicht erhoben.

Wien, am 17. April 2013

Schlagworte

Offenbare Unzuständigkeit des VwGH Bescheide von Kollegialbehörden iSd B-VG Art133 Z4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2013:2013120028.X00

Im RIS seit

16.07.2013

Zuletzt aktualisiert am

17.07.2013
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
Zurück Haftungsausschluss Vernetzungsmöglichkeiten

Sofortabfrage ohne Anmeldung!

Jetzt Abfrage starten