TE Vwgh Beschluss 2013/11/22 2013/22/0338

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Veröffentlicht am 22.11.2013
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Index

10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG);
10/07 Verwaltungsgerichtshof;
40/01 Verwaltungsverfahren;
41/02 Passrecht Fremdenrecht;

Norm

AVG §73 Abs2;
AVG §73;
B-VG Art132;
PaßG 1992 §22 Abs2;
VwGG §27;
VwGG §34 Abs1;
  1. AVG § 73 heute
  2. AVG § 73 gültig ab 15.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. AVG § 73 gültig von 01.01.2014 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. AVG § 73 gültig von 20.04.2002 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  5. AVG § 73 gültig von 01.01.1999 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  6. AVG § 73 gültig von 01.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  7. AVG § 73 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995
  1. AVG § 73 heute
  2. AVG § 73 gültig ab 15.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2018
  3. AVG § 73 gültig von 01.01.2014 bis 14.08.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. AVG § 73 gültig von 20.04.2002 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 65/2002
  5. AVG § 73 gültig von 01.01.1999 bis 19.04.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  6. AVG § 73 gültig von 01.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 471/1995
  7. AVG § 73 gültig von 01.02.1991 bis 30.06.1995
  1. B-VG Art. 132 heute
  2. B-VG Art. 132 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. B-VG Art. 132 gültig von 01.08.2014 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2013
  4. B-VG Art. 132 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  5. B-VG Art. 132 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  6. B-VG Art. 132 gültig von 01.08.1984 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 296/1984
  7. B-VG Art. 132 gültig von 25.12.1946 bis 31.07.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  8. B-VG Art. 132 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 132 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VwGG § 27 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 aufgehoben durch BGBl. I Nr. 33/2013
  2. VwGG § 27 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  3. VwGG § 27 gültig von 01.01.1999 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 158/1998
  4. VwGG § 27 gültig von 22.07.1995 bis 31.12.1998 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 470/1995
  5. VwGG § 27 gültig von 01.01.1991 bis 21.07.1995 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 27 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch die Vorsitzende Senatspräsidentin Dr. Bernegger sowie die Hofräte Dr. Robl und Mag. Feiel als Richter, unter Mitwirkung der Schriftführerin Mag. Perauer, in der Beschwerdesache des D, vertreten durch Mag. Franz Karl Juraczka, Rechtsanwalt in 1090 Wien, Alser Straße 32/15, gegen die Sicherheitsdirektion für das Bundesland Wien (nunmehr: Landespolizeidirektion Wien Büro II. Instanz), wegen Verletzung der Entscheidungspflicht in einer Angelegenheit des Passgesetzes 1992, den Beschluss gefasst:Der Verwaltungsgerichtshof hat durch die Vorsitzende Senatspräsidentin Dr. Bernegger sowie die Hofräte Dr. Robl und Mag. Feiel als Richter, unter Mitwirkung der Schriftführerin Mag. Perauer, in der Beschwerdesache des D, vertreten durch Mag. Franz Karl Juraczka, Rechtsanwalt in 1090 Wien, Alser Straße 32/15, gegen die Sicherheitsdirektion für das Bundesland Wien (nunmehr: Landespolizeidirektion Wien Büro römisch zwei. Instanz), wegen Verletzung der Entscheidungspflicht in einer Angelegenheit des Passgesetzes 1992, den Beschluss gefasst:

Spruch

Die Beschwerde wird zurückgewiesen.

Begründung

Der Beschwerdeführer macht in seiner auf Art. 132 B-VG gestützten Säumnisbeschwerde die Verletzung der Entscheidungspflicht durch die "Sicherheitsdirektion für das Bundesland Wien" (in Folge der BVG Sicherheitsbehörden Neustrukturierung 2012, BGBl. I Nr. 49/2012, und des Sicherheitsbehörden-Neustrukturierungs-Gesetzes, BGBl. I Nr. 50/2012, seit 1. September 2012:Der Beschwerdeführer macht in seiner auf Artikel 132, B-VG gestützten Säumnisbeschwerde die Verletzung der Entscheidungspflicht durch die "Sicherheitsdirektion für das Bundesland Wien" (in Folge der BVG Sicherheitsbehörden Neustrukturierung 2012, Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 49 aus 2012,, und des Sicherheitsbehörden-Neustrukturierungs-Gesetzes, Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 50 aus 2012,, seit 1. September 2012:

Landespolizeidirektion Wien) geltend, weil diese in einer Angelegenheit der Entziehung seines Reisepasses und Personalausweises nicht binnen der Frist von sechs Monaten über seine Berufung gegen den Bescheid des Magistrats der Stadt Wien (richtig: des Bürgermeisters von Wien; § 19 Abs. 5 Passgesetz 1992 - PassG iVm § 8 Z 8 Sicherheitspolizeigesetz - SPG) vom 2. September 2011 entschieden habe.Landespolizeidirektion Wien) geltend, weil diese in einer Angelegenheit der Entziehung seines Reisepasses und Personalausweises nicht binnen der Frist von sechs Monaten über seine Berufung gegen den Bescheid des Magistrats der Stadt Wien (richtig: des Bürgermeisters von Wien; Paragraph 19, Absatz 5, Passgesetz 1992 - PassG in Verbindung mit , Paragraph 8, Ziffer 8, Sicherheitspolizeigesetz - SPG) vom 2. September 2011 entschieden habe.

Gemäß § 27 Abs. 1 erster Satz VwGG kann Beschwerde wegen Verletzung der Entscheidungspflicht (Säumnisbeschwerde) nach Art. 132 B-VG erst erhoben werden, wenn die oberste Behörde, die im Verwaltungsverfahren, sei es im administrativen Instanzenzug, sei es im Wege eines Antrages auf Übergang der Entscheidungspflicht, angerufen werden konnte, von einer Partei angerufen worden ist und nicht binnen sechs Monaten, wenn aber das das einzelne Gebiet der Verwaltung regelnde Gesetz für den Übergang der Entscheidungspflicht eine kürzere oder längere Frist vorsieht, nicht binnen dieser in der Sache entschieden hat. Eine zulässige Säumnisbeschwerde an den Verwaltungsgerichtshof setzt somit voraus, dass der Beschwerdeführer von einer bestehenden Möglichkeit eines Antrags nach § 73 Abs. 2 AVG ohne Erfolg Gebrauch gemacht hat (vgl. etwa den Beschluss vom 7. Juli 2009, Zl. 2009/18/0036, mwN).Gemäß Paragraph 27, Absatz eins, erster Satz VwGG kann Beschwerde wegen Verletzung der Entscheidungspflicht (Säumnisbeschwerde) nach Artikel 132, B-VG erst erhoben werden, wenn die oberste Behörde, die im Verwaltungsverfahren, sei es im administrativen Instanzenzug, sei es im Wege eines Antrages auf Übergang der Entscheidungspflicht, angerufen werden konnte, von einer Partei angerufen worden ist und nicht binnen sechs Monaten, wenn aber das das einzelne Gebiet der Verwaltung regelnde Gesetz für den Übergang der Entscheidungspflicht eine kürzere oder längere Frist vorsieht, nicht binnen dieser in der Sache entschieden hat. Eine zulässige Säumnisbeschwerde an den Verwaltungsgerichtshof setzt somit voraus, dass der Beschwerdeführer von einer bestehenden Möglichkeit eines Antrags nach Paragraph 73, Absatz 2, AVG ohne Erfolg Gebrauch gemacht hat vergleiche , etwa den Beschluss vom 7. Juli 2009, Zl. 2009/18/0036, mwN).

Auch wenn über Berufungen gegen Bescheide des Bürgermeisters in Verfahren über Angelegenheiten nach dem Passgesetz 1992 (wie dem vorliegenden) gemäß § 22 Abs. 2 PassG die Landespolizeidirektion in zweiter und letzter Instanz entscheidet, hat die Partei dessen ungeachtet das Recht, gemäß § 73 Abs. 2 AVG den Übergang der Zuständigkeit zur Entscheidung an den zuständigen Bundesminister als sachlich in Betracht kommende Oberbehörde zu verlangen (siehe den Beschluss vom 24. März 1994, Zl. 93/18/0536, sowie etwa den insoweit vergleichbaren, zum Fremdenpolizeigesetz 2005 ergangenen Beschluss vom 29. November 2006, Zl. 2006/18/0379, mwN).Auch wenn über Berufungen gegen Bescheide des Bürgermeisters in Verfahren über Angelegenheiten nach dem Passgesetz 1992 (wie dem vorliegenden) gemäß Paragraph 22, Absatz 2, PassG die Landespolizeidirektion in zweiter und letzter Instanz entscheidet, hat die Partei dessen ungeachtet das Recht, gemäß Paragraph 73, Absatz 2, AVG den Übergang der Zuständigkeit zur Entscheidung an den zuständigen Bundesminister als sachlich in Betracht kommende Oberbehörde zu verlangen (siehe den Beschluss vom 24. März 1994, Zl. 93/18/0536, sowie etwa den insoweit vergleichbaren, zum Fremdenpolizeigesetz 2005 ergangenen Beschluss vom 29. November 2006, Zl. 2006/18/0379, mwN).

Da der Beschwerdeführer nur die Säumnis der Sicherheitsdirektion (nunmehr: Landespolizeidirektion) Wien geltend macht, diese jedoch nicht "oberste Behörde" im Sinn des § 27 Abs. 1 VwGG ist, sind die Voraussetzungen für die Erhebung einer Säumnisbeschwerde an den Verwaltungsgerichtshof nicht gegeben.Da der Beschwerdeführer nur die Säumnis der Sicherheitsdirektion (nunmehr: Landespolizeidirektion) Wien geltend macht, diese jedoch nicht "oberste Behörde" im Sinn des Paragraph 27, Absatz eins, VwGG ist, sind die Voraussetzungen für die Erhebung einer Säumnisbeschwerde an den Verwaltungsgerichtshof nicht gegeben.

Die vorliegende Beschwerde war daher mangels Berechtigung zu ihrer Erhebung gemäß § 34 Abs. 1 iVm § 12 Abs. 1 Z 1 lit. a und § 15 Abs. 4 VwGG ohne weiteres Verfahren zurückzuweisen.Die vorliegende Beschwerde war daher mangels Berechtigung zu ihrer Erhebung gemäß Paragraph 34, Absatz eins, in Verbindung mit , Paragraph 12, Absatz eins, Ziffer eins, Litera a und Paragraph 15, Absatz 4, VwGG ohne weiteres Verfahren zurückzuweisen.

Wien, am 14. November 2013

Schlagworte

Anrufung der obersten Behörde Offenbare Unzuständigkeit des VwGH Nichterschöpfung des Instanzenzuges Besondere Rechtsgebiete Diverses

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2013:2013220338.X00

Im RIS seit

21.02.2014

Zuletzt aktualisiert am

03.03.2014
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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