TE Vwgh Beschluss 2016/2/26 Fr 2016/03/0001

JUSLINE Entscheidung

Veröffentlicht am 26.02.2016
beobachten
merken

Index

10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG);
10/07 Verwaltungsgerichtshof;

Norm

B-VG Art132;
B-VG Art133 Abs1 Z2 idF 2012/I/051;
VwGG §34 Abs1;
VwGG §34 Abs2;
VwGG §38 Abs4;
VwGG §38;
  1. B-VG Art. 132 heute
  2. B-VG Art. 132 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. B-VG Art. 132 gültig von 01.08.2014 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2013
  4. B-VG Art. 132 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  5. B-VG Art. 132 gültig von 01.01.1991 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 685/1988
  6. B-VG Art. 132 gültig von 01.08.1984 bis 31.12.1990 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 296/1984
  7. B-VG Art. 132 gültig von 25.12.1946 bis 31.07.1984 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  8. B-VG Art. 132 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  9. B-VG Art. 132 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. B-VG Art. 133 heute
  2. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2019 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 138/2017
  3. B-VG Art. 133 gültig ab 01.01.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  4. B-VG Art. 133 gültig von 25.05.2018 bis 31.12.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 22/2018
  5. B-VG Art. 133 gültig von 01.08.2014 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 164/2013
  6. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2014 bis 31.07.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  7. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.2004 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 100/2003
  8. B-VG Art. 133 gültig von 01.01.1975 bis 31.12.2003 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 444/1974
  9. B-VG Art. 133 gültig von 25.12.1946 bis 31.12.1974 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 211/1946
  10. B-VG Art. 133 gültig von 19.12.1945 bis 24.12.1946 zuletzt geändert durch StGBl. Nr. 4/1945
  11. B-VG Art. 133 gültig von 03.01.1930 bis 30.06.1934
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997
  1. VwGG § 34 heute
  2. VwGG § 34 gültig ab 01.07.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 2/2021
  3. VwGG § 34 gültig von 01.01.2014 bis 30.06.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 34 gültig von 01.03.2013 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  5. VwGG § 34 gültig von 01.07.2008 bis 28.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  6. VwGG § 34 gültig von 01.08.2004 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 89/2004
  7. VwGG § 34 gültig von 01.09.1997 bis 31.07.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 88/1997
  8. VwGG § 34 gültig von 05.01.1985 bis 31.08.1997
  1. VwGG § 38 heute
  2. VwGG § 38 gültig ab 15.04.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 72/2021
  3. VwGG § 38 gültig von 01.01.2014 bis 14.04.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 38 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 38 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 38 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990
  1. VwGG § 38 heute
  2. VwGG § 38 gültig ab 15.04.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 72/2021
  3. VwGG § 38 gültig von 01.01.2014 bis 14.04.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  4. VwGG § 38 gültig von 01.07.2008 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 38 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 38 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Präsident Dr. Thienel und die Hofräte Dr. Handstanger und Dr. Lehofer als Richter, im Beisein des Schriftführers Dr. Zeleny, über die als Fristsetzungsantrag zu behandelnde Säumnisbeschwerde des G L in K, gegen den Bundesminister für Justiz betreffend eine Angelegenheit nach dem Strafvollzugsgesetz, den Beschluss gefasst:

Spruch

Der Fristsetzungsantrag wird zurückgewiesen.

Begründung

1.1. Der Antragsteller ist derzeit gemäß § 21 Abs 2 StGB in der Justizanstalt S untergebracht. 1.1. Der Antragsteller ist derzeit gemäß Paragraph 21, Absatz 2, StGB in der Justizanstalt S untergebracht.

Mit Bescheid der Vollzugsdirektion vom 19. Juni 2015 wurde seinem Ansuchen vom 24. März 2015 auf Änderung des Vollzugsortes in die Justizanstalt G keine Folge gegeben. In der Rechtsmittelbelehrung dieses Bescheides heißt es:

"Gegen diesen Bescheid kann innerhalb von zwei Wochen Beschwerde an das Oberlandesgericht Wien erhoben werden. Die Beschwerde ist schriftlich bei der Vollzugsdirektion einzubringen. Sie hat den angefochtenen Bescheid zu bezeichnen, gegen den sie sich richtet, und die Gründe für die Erhebung der Beschwerde, soweit sie nicht offenkundig sind, darzulegen."

1.2. Mit Schriftsatz vom 2. Juli 2015 erhob der Antragsteller eine Beschwerde gegen diesen Bescheid. Diese Beschwerde war allerdings an das Bundesministerium für Justiz in Wien adressiert.

1.3. Mit ausdrücklich an den Verwaltungsgerichtshof adressierten und bei diesem eingebrachten Schriftsatz vom 10. Jänner 2016 erhob der Antragsteller den vorliegenden Fristsetzungsantrag. In diesem Schriftsatz heißt es:

"gemäß Art 132 B-VG erhebe ich Beschwerde gegen das BM für Justiz wegen Säumnis "gemäß Artikel 132, B-VG erhebe ich Beschwerde gegen das BM für Justiz wegen Säumnis

Die belangte Behörde hat durch die damals zuständige Vollzugsdirektion am 19.6.2015 den beiliegenden Bescheid gegen mich erlassen und auf meine fristgerecht erhobene Beschwerde bis dato keine Antwort erhalten.

..."

2.1. Zur Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtshofes normiert der am 1. Jänner 2014 in Kraft getretene Art 133 B-VG in der Fassung nach der Verwaltungsgerichtsbarkeits-Novelle 2012, BGBl I Nr 51/2012 - soweit vorliegend bedeutsam - Folgendes: 2.1. Zur Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtshofes normiert der am 1. Jänner 2014 in Kraft getretene Artikel 133, B-VG in der Fassung nach der Verwaltungsgerichtsbarkeits-Novelle 2012, Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr 51 aus 2012, - soweit vorliegend bedeutsam - Folgendes:

"Artikel 133. (1) Der Verwaltungsgerichtshof erkennt über

...

2. Anträge auf Fristsetzung wegen Verletzung der Entscheidungspflicht durch ein Verwaltungsgericht;

...

  1. (7)Absatz 7,Wegen Verletzung der Entscheidungspflicht kann einen Antrag auf Fristsetzung stellen, wer im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht als Partei zur Geltendmachung der Entscheidungspflicht berechtigt zu sein behauptet.

..."

2.2.1. Zur Zuständigkeit der Verwaltungsgerichte wird in dem im vorliegenden Antrag genannten Art 132 B-VG idF der Verwaltungsgerichtsbarkeits-Novelle 2012 ua normiert: 2.2.1. Zur Zuständigkeit der Verwaltungsgerichte wird in dem im vorliegenden Antrag genannten Artikel 132, B-VG in der Fassung der Verwaltungsgerichtsbarkeits-Novelle 2012 ua normiert:

"Artikel 132. (1)

...

  1. (3)Absatz 3,Wegen Verletzung der Entscheidungspflicht kann Beschwerde erheben, wer im Verwaltungsverfahren als Partei zur Geltendmachung der Entscheidungspflicht berechtigt zu sein behauptet."

2.2.2. Die außer Kraft getretene Bestimmung des Art 132 B-VG in seiner Fassung vor der Verwaltungsgerichtsbarkeits-Novelle 2012 begründete demgegenüber eine Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtshofes und lautete: 2.2.2. Die außer Kraft getretene Bestimmung des Artikel 132, B-VG in seiner Fassung vor der Verwaltungsgerichtsbarkeits-Novelle 2012 begründete demgegenüber eine Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtshofes und lautete:

"Artikel 132. Beschwerde wegen Verletzung der Entscheidungspflicht durch Verwaltungsbehörden einschließlich der unabhängigen Verwaltungssenate kann erheben, wer im Verwaltungsverfahren als Partei zur Geltendmachung der Entscheidungspflicht berechtigt war. In Verwaltungsstrafsachen ist eine Beschwerde wegen Verletzung der Entscheidungspflicht nicht zulässig; dies gilt nicht für Privatanklage- und für Finanzstrafsachen."

3. Auf dem Boden dieser Rechtslage ist der Verwaltungsgerichtshof mit Ablauf des 31. Dezember 2013 nicht mehr zur Entscheidung über Säumnisbeschwerden gemäß Art 132 B-VG in der Fassung vor der Verwaltungsgerichtsbarkeits-Novelle 2012 zuständig. Insbesondere kommt es ihm nicht mehr zu, über eine Beschwerde wegen Verletzung der Entscheidungspflicht durch eine Verwaltungsbehörde wie den Bundesminister für Justiz zu entscheiden. Der Verwaltungsgerichtshof erkennt vielmehr lediglich über Anträge auf Fristsetzung wegen Verletzung der Entscheidungspflicht durch ein Verwaltungsgericht. 3. Auf dem Boden dieser Rechtslage ist der Verwaltungsgerichtshof mit Ablauf des 31. Dezember 2013 nicht mehr zur Entscheidung über Säumnisbeschwerden gemäß Artikel 132, B-VG in der Fassung vor der Verwaltungsgerichtsbarkeits-Novelle 2012 zuständig. Insbesondere kommt es ihm nicht mehr zu, über eine Beschwerde wegen Verletzung der Entscheidungspflicht durch eine Verwaltungsbehörde wie den Bundesminister für Justiz zu entscheiden. Der Verwaltungsgerichtshof erkennt vielmehr lediglich über Anträge auf Fristsetzung wegen Verletzung der Entscheidungspflicht durch ein Verwaltungsgericht.

4. Vor diesem Hintergrund ist die vorliegende - nach der gegebenen Rechtslage als Fristsetzungsantrag zu deutende - Säumnisbeschwerde nach § 38 Abs 4 iVm § 34 Abs 1 VwGG wegen Unzuständigkeit des Verwaltungsgerichtshofes zurückzuweisen, weshalb die Erteilung eines Mängelbehebungsauftrages nach § 34 Abs 2 VwGG wegen Nichteinhaltung der Vorschriften über Form und Inhalt des Fristsetzungsantrages entbehrlich ist (vgl etwa VwGH vom 19. Oktober 2011, 2011/01/0253). 4. Vor diesem Hintergrund ist die vorliegende - nach der gegebenen Rechtslage als Fristsetzungsantrag zu deutende - Säumnisbeschwerde nach Paragraph 38, Absatz 4, in Verbindung mit Paragraph 34, Absatz eins, VwGG wegen Unzuständigkeit des Verwaltungsgerichtshofes zurückzuweisen, weshalb die Erteilung eines Mängelbehebungsauftrages nach Paragraph 34, Absatz 2, VwGG wegen Nichteinhaltung der Vorschriften über Form und Inhalt des Fristsetzungsantrages entbehrlich ist vergleiche , etwa VwGH vom 19. Oktober 2011, 2011/01/0253).

Wien, am 26. Februar 2016

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2016:FR2016030001.F00

Im RIS seit

06.04.2016

Zuletzt aktualisiert am

07.04.2016
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
Zurück Haftungsausschluss Vernetzungsmöglichkeiten

Sofortabfrage ohne Anmeldung!

Jetzt Abfrage starten