TE Vwgh Erkenntnis 2017/3/27 Ra 2016/02/0270

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Veröffentlicht am 27.03.2017
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Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof;
90/01 Straßenverkehrsordnung;

Norm

StVO 1960 §1 Abs1;
StVO 1960 §24 Abs1 litm;
StVO 1960 §99 Abs3 lita;
VwGG §42 Abs2 Z1;
  1. StVO 1960 § 24 heute
  2. StVO 1960 § 24 gültig ab 01.07.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2024
  3. StVO 1960 § 24 gültig von 01.10.2022 bis 30.06.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 122/2022
  4. StVO 1960 § 24 gültig von 06.10.2015 bis 30.09.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 123/2015
  5. StVO 1960 § 24 gültig von 31.03.2013 bis 05.10.2015 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 39/2013
  6. StVO 1960 § 24 gültig von 31.05.2011 bis 30.03.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 34/2011
  7. StVO 1960 § 24 gültig von 31.12.2010 bis 30.05.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 116/2010
  8. StVO 1960 § 24 gültig von 01.07.2005 bis 30.12.2010 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 52/2005
  9. StVO 1960 § 24 gültig von 25.05.2002 bis 30.06.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 80/2002
  10. StVO 1960 § 24 gültig von 01.01.1996 bis 24.05.2002 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 518/1994
  11. StVO 1960 § 24 gültig von 01.10.1994 bis 31.12.1995 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 518/1994
  12. StVO 1960 § 24 gültig von 01.12.1989 bis 30.09.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 562/1989
  13. StVO 1960 § 24 gültig von 01.03.1989 bis 30.11.1989 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 86/1989
  14. StVO 1960 § 24 gültig von 01.07.1983 bis 28.02.1989 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 174/1983
  1. StVO 1960 § 99 heute
  2. StVO 1960 § 99 gültig ab 30.07.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2026
  3. StVO 1960 § 99 gültig von 01.05.2026 bis 29.07.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 17/2026
  4. StVO 1960 § 99 gültig von 01.03.2024 bis 30.04.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 90/2023
  5. StVO 1960 § 99 gültig von 01.09.2021 bis 29.02.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 154/2021
  6. StVO 1960 § 99 gültig von 31.03.2013 bis 31.08.2021 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 39/2013
  7. StVO 1960 § 99 gültig von 01.09.2012 bis 30.03.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 50/2012
  8. StVO 1960 § 99 gültig von 01.01.2012 bis 31.08.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 59/2011
  9. StVO 1960 § 99 gültig von 31.05.2011 bis 31.12.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 34/2011
  10. StVO 1960 § 99 gültig von 01.09.2009 bis 30.05.2011 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 93/2009
  11. StVO 1960 § 99 gültig von 26.03.2009 bis 31.08.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 16/2009
  12. StVO 1960 § 99 gültig von 02.04.2005 bis 25.03.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 15/2005
  13. StVO 1960 § 99 gültig von 25.05.2002 bis 01.04.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 80/2002
  14. StVO 1960 § 99 gültig von 01.01.2002 bis 24.05.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 32/2002
  15. StVO 1960 § 99 gültig von 24.07.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 134/1999
  16. StVO 1960 § 99 gültig von 22.07.1998 bis 23.07.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 92/1998
  17. StVO 1960 § 99 gültig von 06.01.1998 bis 21.07.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 3/1998
  18. StVO 1960 § 99 gültig von 28.01.1997 bis 05.01.1998 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 16/1997
  19. StVO 1960 § 99 gültig von 01.10.1994 bis 27.01.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 518/1994
  20. StVO 1960 § 99 gültig von 01.05.1986 bis 30.09.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 105/1986
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Dr. Beck sowie die Hofräte Dr. Lehofer und Dr. N. Bachler als Richter, unter Mitwirkung der Schriftführerin Mag. Harrer, über die Revision der Landespolizeidirektion Niederösterreich gegen das Erkenntnis des Landesverwaltungsgerichts Niederösterreich vom 25. Februar 2016, Zl. LVwG-S-3197/001-2015, betreffend Übertretung der StVO (mitbeteiligte Partei: M G in K, vertreten durch Dr. Christian Hirtzberger, Rechtsanwalt in 3100 St. Pölten, Julius Raab-Promenade 2), zu Recht erkannt:

Spruch

Das angefochtene Erkenntnis wird wegen Rechtswidrigkeit seines Inhalts aufgehoben.

Begründung

1 Mit Straferkenntnis der revisionswerbenden Behörde vom 16. Oktober 2016 wurde der Mitbeteiligte einer Übertretung des § 24 Abs. 1 lit. m StVO schuldig erkannt. Er habe am 4. Februar 2015 an einem näher bezeichneten Ort in einer Park-Garage als Lenker eines nach dem Kennzeichen bestimmten Kraftfahrzeugs dieses Fahrzeug mit zwei Rädern auf einer Sperrfläche abgestellt gehabt. Wegen dieser Übertretung wurde über den Mitbeteiligten gemäß § 99 Abs. 3 lit. a StVO eine Geldstrafe von EUR 40,-- (Ersatzfreiheitsstrafe 18 Stunden) verhängt. 1 Mit Straferkenntnis der revisionswerbenden Behörde vom 16. Oktober 2016 wurde der Mitbeteiligte einer Übertretung des Paragraph 24, Absatz eins, Litera m, StVO schuldig erkannt. Er habe am 4. Februar 2015 an einem näher bezeichneten Ort in einer Park-Garage als Lenker eines nach dem Kennzeichen bestimmten Kraftfahrzeugs dieses Fahrzeug mit zwei Rädern auf einer Sperrfläche abgestellt gehabt. Wegen dieser Übertretung wurde über den Mitbeteiligten gemäß Paragraph 99, Absatz 3, Litera a, StVO eine Geldstrafe von EUR 40,-- (Ersatzfreiheitsstrafe 18 Stunden) verhängt.

2 Auf Grund der vom Mitbeteiligten erhobenen Beschwerde hob Verwaltungsgericht dieses Straferkenntnis auf und stellte das Verwaltungsstrafverfahren gemäß § 45 Abs. 1 Z 1 VStG ein. Es sprach aus, dass gegen dieses Erkenntnis gemäß § 25a Abs. 4 VwGG und im Übrigen eine Revision gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG nicht zulässig ist. 2 Auf Grund der vom Mitbeteiligten erhobenen Beschwerde hob Verwaltungsgericht dieses Straferkenntnis auf und stellte das Verwaltungsstrafverfahren gemäß Paragraph 45, Absatz eins, Ziffer eins, VStG ein. Es sprach aus, dass gegen dieses Erkenntnis gemäß Paragraph 25 a, Absatz 4, VwGG und im Übrigen eine Revision gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG nicht zulässig ist.

3 Gegen dieses Erkenntnis richtet sich die außerordentliche Revision der Landespolizeidirektion Niederösterreich. Zur Zulässigkeit bringt sie im Wesentlichen vor, dass das Verwaltungsgericht von der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes - konkret vom Erkenntnis vom 27. Juni 2014, 2013/02/0193 - abgewichen sei. Der Mitbeteiligte erstattete eine Revisionsbeantwortung mit dem Antrag, der Revision keine Folge zu geben.

Der Verwaltungsgerichtshof hat erwogen:

     4 Die Revision ist aus den von der revisionswerbenden Partei

dargelegten Gründen zulässig; sie ist auch berechtigt.

     5 Der Verwaltungsgerichtshof hat in dem von der

revisionswerbenden Partei zitierten Erkenntnis vom 27. Juni 2014, 2013/02/0193, ausgesprochen, dass eine Tiefgarage unter den dort näher genannten Voraussetzungen - insbesondere wenn sie für jedermann unter den gleichen Bedingungen, nämlich durch Lösen eines Tickets bei der Einfahrt, Bezahlung der Parkgebühr gegen Entwertung des Tickets und Einstecken des Tickets bei dem dafür vorgesehenen Automaten zum Öffnen des Ausfahrtsschrankens, benützt werden kann - eine Straße im Sinne des § 1 Abs. 1 StVO ist. Der Verwaltungsgerichtshof hat sich in diesem Erkenntnis auch mit der vom Verwaltungsgericht seiner Entscheidung zugrunde gelegten früheren Rechtsprechung (Erkenntnisse vom 31. Mai 2012, 2012/02/0038, und vom 20. Mai 2003, 2003/02/0073) auseinandergesetzt und davon den im Erkenntnis vom 27. Juni 2014, 2013/02/0193, zu beurteilenden Fall einer für jedermann zugänglichen Tiefgarage, die mit einer Zufahrt und Ausfahrt mit dem Straßennetz verbunden ist, abgegrenzt.revisionswerbenden Partei zitierten Erkenntnis vom 27. Juni 2014, 2013/02/0193, ausgesprochen, dass eine Tiefgarage unter den dort näher genannten Voraussetzungen - insbesondere wenn sie für jedermann unter den gleichen Bedingungen, nämlich durch Lösen eines Tickets bei der Einfahrt, Bezahlung der Parkgebühr gegen Entwertung des Tickets und Einstecken des Tickets bei dem dafür vorgesehenen Automaten zum Öffnen des Ausfahrtsschrankens, benützt werden kann - eine Straße im Sinne des Paragraph eins, Absatz eins, StVO ist. Der Verwaltungsgerichtshof hat sich in diesem Erkenntnis auch mit der vom Verwaltungsgericht seiner Entscheidung zugrunde gelegten früheren Rechtsprechung (Erkenntnisse vom 31. Mai 2012, 2012/02/0038, und vom 20. Mai 2003, 2003/02/0073) auseinandergesetzt und davon den im Erkenntnis vom 27. Juni 2014, 2013/02/0193, zu beurteilenden Fall einer für jedermann zugänglichen Tiefgarage, die mit einer Zufahrt und Ausfahrt mit dem Straßennetz verbunden ist, abgegrenzt.

6 Das Verwaltungsgericht hat im angefochtenen Erkenntnis die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes zur Qualifikation von öffentlich zugänglichen Tiefgaragen (Parkgaragen) als Straße im Sinne des § 1 Abs. 1 StVO nicht berücksichtigt und daher auch nicht festgestellt, ob im vorliegenden Fall die vom Verwaltungsgerichtshof in dieser Rechtsprechung dargelegten Voraussetzungen vorliegen. Das angefochtene Erkenntnis war daher wegen Rechtswidrigkeit seines Inhalts gemäß § 42 Abs. 2 Z 1 VwGG aufzuheben. 6 Das Verwaltungsgericht hat im angefochtenen Erkenntnis die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes zur Qualifikation von öffentlich zugänglichen Tiefgaragen (Parkgaragen) als Straße im Sinne des Paragraph eins, Absatz eins, StVO nicht berücksichtigt und daher auch nicht festgestellt, ob im vorliegenden Fall die vom Verwaltungsgerichtshof in dieser Rechtsprechung dargelegten Voraussetzungen vorliegen. Das angefochtene Erkenntnis war daher wegen Rechtswidrigkeit seines Inhalts gemäß Paragraph 42, Absatz 2, Ziffer eins, VwGG aufzuheben.

Wien, am 27. März 2017

Schlagworte

Besondere Rechtsgebiete

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2017:RA2016020270.L00

Im RIS seit

19.04.2017

Zuletzt aktualisiert am

29.05.2017
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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