TE Vwgh Erkenntnis 2022/7/27 Ra 2022/02/0111

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Veröffentlicht am 27.07.2022
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Index

10/07 Verwaltungsgerichtshof
90/02 Kraftfahrgesetz

Norm

KFG 1967 §134 Abs1
VwGG §42 Abs2 Z2
  1. KFG 1967 § 134 heute
  2. KFG 1967 § 134 gültig ab 01.10.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 79/2026
  3. KFG 1967 § 134 gültig von 30.07.2026 bis 30.09.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 79/2026
  4. KFG 1967 § 134 gültig von 31.05.2025 bis 29.07.2026 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2025
  5. KFG 1967 § 134 gültig von 20.07.2024 bis 30.05.2025 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 116/2024
  6. KFG 1967 § 134 gültig von 01.05.2023 bis 19.07.2024 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 35/2023
  7. KFG 1967 § 134 gültig von 21.04.2023 bis 30.04.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 35/2023
  8. KFG 1967 § 134 gültig von 14.05.2022 bis 20.04.2023 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 62/2022
  9. KFG 1967 § 134 gültig von 16.12.2020 bis 13.05.2022 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 134/2020
  10. KFG 1967 § 134 gültig von 07.03.2019 bis 15.12.2020 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 19/2019
  11. KFG 1967 § 134 gültig von 25.05.2018 bis 06.03.2019 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 37/2018
  12. KFG 1967 § 134 gültig von 01.07.2017 bis 24.05.2018 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 9/2017
  13. KFG 1967 § 134 gültig von 14.01.2017 bis 30.06.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 9/2017
  14. KFG 1967 § 134 gültig von 09.06.2016 bis 13.01.2017 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 40/2016
  15. KFG 1967 § 134 gültig von 01.07.2013 bis 08.06.2016 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 43/2013
  16. KFG 1967 § 134 gültig von 01.07.2013 bis 25.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  17. KFG 1967 § 134 gültig von 26.02.2013 bis 30.06.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 43/2013
  18. KFG 1967 § 134 gültig von 01.01.2010 bis 25.02.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 94/2009
  19. KFG 1967 § 134 gültig von 19.08.2009 bis 31.12.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 94/2009
  20. KFG 1967 § 134 gültig von 26.03.2009 bis 18.08.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 16/2009
  21. KFG 1967 § 134 gültig von 01.01.2008 bis 25.03.2009 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 6/2008
  22. KFG 1967 § 134 gültig von 01.08.2007 bis 31.12.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 57/2007
  23. KFG 1967 § 134 gültig von 01.01.2006 bis 31.07.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 117/2005
  24. KFG 1967 § 134 gültig von 28.10.2005 bis 31.12.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 117/2005
  25. KFG 1967 § 134 gültig von 31.12.2004 bis 27.10.2005 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 175/2004
  26. KFG 1967 § 134 gültig von 25.05.2002 bis 30.12.2004 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 80/2002
  27. KFG 1967 § 134 gültig von 01.01.2002 bis 24.05.2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 32/2002
  28. KFG 1967 § 134 gültig von 01.07.1999 bis 31.12.2001 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 146/1998
  29. KFG 1967 § 134 gültig von 20.08.1997 bis 30.06.1999 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 103/1997
  30. KFG 1967 § 134 gültig von 01.01.1995 bis 19.08.1997 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 654/1994
  31. KFG 1967 § 134 gültig von 01.01.1994 bis 31.12.1994 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 456/1993
  32. KFG 1967 § 134 gültig von 10.07.1993 bis 31.12.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 456/1993
  33. KFG 1967 § 134 gültig von 28.07.1990 bis 09.07.1993 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 458/1990
  1. VwGG § 42 heute
  2. VwGG § 42 gültig ab 01.01.2014 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 33/2013
  3. VwGG § 42 gültig von 01.07.2012 bis 31.12.2013 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 51/2012
  4. VwGG § 42 gültig von 01.07.2008 bis 30.06.2012 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 4/2008
  5. VwGG § 42 gültig von 01.01.1991 bis 30.06.2008 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 330/1990
  6. VwGG § 42 gültig von 05.01.1985 bis 31.12.1990

Betreff

Der Verwaltungsgerichtshof hat durch den Vorsitzenden Senatspräsident Mag. Dr. Köller als Richter und die Hofrätinnen Mag. Dr. Maurer-Kober und Mag. Schindler als Richterinnen, unter Mitwirkung der Schriftführerin Mag.a Schörner, über die Revision des W in R, vertreten durch die Grünbart-Lison Rechtsanwälte GmbH in 4910 Ried im Innkreis, Bahnhofstraße 35a, gegen das Erkenntnis des Landesverwaltungsgerichtes Oberösterreich vom 22. März 2022, LVwG-605015/2/Zo/BR, betreffend Zurückweisung eines Einspruches gegen eine Strafverfügung wegen Übertretungen des KFG, (belangte Behörde vor dem Verwaltungsgericht: Bezirkshauptmannschaft Ried), zu Recht erkannt:

Spruch

Das angefochtene Erkenntnis wird wegen Rechtswidrigkeit infolge Unzuständigkeit des Verwaltungsgerichtes aufgehoben.

Der Bund hat dem Revisionswerber Aufwendungen in der Höhe von € 1.346,40 binnen zwei Wochen bei sonstiger Exekution zu ersetzen.

Begründung

1
Mit Strafverfügung vom 4. Oktober 2021 verhängte die Bezirkshauptmannschaft Ried über den Revisionswerber wegen Verletzungen nach dem KFG gemäß § 134 Abs. 1 KFG sechs Geldstrafen in der Höhe von insgesamt € 515,-- sowie Ersatzfreiheitsstrafen. Mit Strafverfügung vom 4. Oktober 2021 verhängte die Bezirkshauptmannschaft Ried über den Revisionswerber wegen Verletzungen nach dem KFG gemäß Paragraph 134, Absatz eins, KFG sechs Geldstrafen in der Höhe von insgesamt € 515,-- sowie Ersatzfreiheitsstrafen.
2
Mit Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Ried vom 4. November 2021 wurde der dagegen vom Revisionswerber erhobene Einspruch als verspätet zurückgewiesen, weil der Einspruch erst am 25. Oktober 2021 zur Post gegeben worden, jedoch die Zustellung der Strafverfügung am 7. Oktober 2021 erfolgt sei.
3
Mit dem an die Bezirkshauptmannschaft Ried gerichteten Schriftsatz vom 18. November 2021 nahm der Revisionswerber folgende Reihung seiner Rechtsmittel bzw. Rechtsbehelfe vor: „I. Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand; II. Bescheidbeschwerde“. Weiters führte er im Schriftsatz aus, „sollte dem Antrag auf Wiedereinsetzung nicht stattgegeben werden, so erhebt er vorsichtshalber Bescheidbeschwerde“. Mit dem an die Bezirkshauptmannschaft Ried gerichteten Schriftsatz vom 18. November 2021 nahm der Revisionswerber folgende Reihung seiner Rechtsmittel bzw. Rechtsbehelfe vor: „I. Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand; römisch zwei. Bescheidbeschwerde“. Weiters führte er im Schriftsatz aus, „sollte dem Antrag auf Wiedereinsetzung nicht stattgegeben werden, so erhebt er vorsichtshalber Bescheidbeschwerde“.
4
Die Bezirkshauptmannschaft Ried legte daraufhin den Akt des bisherigen Verwaltungsstrafverfahrens dem Landesverwaltungsgericht Oberösterreich (Verwaltungsgericht) mit der Bitte um Entscheidung vor.
5
Mit angefochtenen Erkenntnis vom 22. März 2022 wies das Verwaltungsgericht die Beschwerde als unbegründet ab. Die Revision erklärte es für nicht zulässig.
6
Dagegen wendet sich die vorliegende außerordentliche Revision, die zur Zulässigkeit unter anderem geltend macht, dass über den Primärantrag auf Wiedereinsetzung bis zur Erlassung des angefochtenen Erkenntnisses nicht abgesprochen worden sei, sondern sofort über den Eventualantrag, nämlich die Bescheidbeschwerde. Deshalb sei das bekämpfte Erkenntnis gemäß (näher zitierter) Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes mit Rechtswidrigkeit infolge Unzuständigkeit behaftet und aufzuheben.
7
Das Verwaltungsgericht legte die Verfahrensakten vor. Die belangte Behörde erstattete eine Revisionsbeantwortung, in der sie beantragt, der Verwaltungsgerichtshof möge die Revision als unbegründet abweisen.

Der Verwaltungsgerichtshof hat erwogen:

8
Die Revision ist zulässig und begründet.
9
Der Revisionswerber hat in seinem Schriftsatz vom 18. November 2021 eine Reihenfolge der Behandlung der von ihm gestellten Anträge dahingehend festgelegt, dass zunächst über den Antrag auf Wiedereinsetzung in das Verwaltungsstrafverfahren entschieden werden sollte und nur für den Fall, dass diesem Antrag nicht stattgegeben werde, eine Beschwerde erhoben wird. Diese Reihung ergibt sich ausdrücklich aus dem Schriftsatz.
10
Wird ein Eventualantrag vor dem Eintritt des Eventualfalles erledigt, belastet dies aber nach der ständigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes die Erledigung mit Rechtswidrigkeit infolge Unzuständigkeit (vgl. zu einer vergleichbaren Reihung VwGH 19.6.2015, Ra 2014/02/0178, mwN; siehe auch VwGH 9.10.2020, Ra 2020/03/0101).Wird ein Eventualantrag vor dem Eintritt des Eventualfalles erledigt, belastet dies aber nach der ständigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes die Erledigung mit Rechtswidrigkeit infolge Unzuständigkeit vergleiche , zu einer vergleichbaren Reihung VwGH 19.6.2015, Ra 2014/02/0178, mwN; siehe auch VwGH 9.10.2020, Ra 2020/03/0101).
11
Da das Verwaltungsgericht über den Eventualantrag entschied, bevor die Bezirkshauptmannschaft Ried über den Primärantrag abgesprochen hatte - der Wiedereinsetzungsantrag wurde nach der Aktenlage erst nach Zustellung des angefochtenen Erkenntnisses mit Bescheid vom 25. April 2022 abgewiesen -, belastete es das angefochtene Erkenntnis mit Rechtswidrigkeit infolge Unzuständigkeit. Das angefochtene Erkenntnis war daher gemäß § 42 Abs. 2 Z 2 VwGG aufzuheben.Da das Verwaltungsgericht über den Eventualantrag entschied, bevor die Bezirkshauptmannschaft Ried über den Primärantrag abgesprochen hatte - der Wiedereinsetzungsantrag wurde nach der Aktenlage erst nach Zustellung des angefochtenen Erkenntnisses mit Bescheid vom 25. April 2022 abgewiesen -, belastete es das angefochtene Erkenntnis mit Rechtswidrigkeit infolge Unzuständigkeit. Das angefochtene Erkenntnis war daher gemäß Paragraph 42, Absatz 2, Ziffer 2, VwGG aufzuheben.
12
Der Ausspruch über den Aufwandersatz gründet sich auf die §§ 47 ff VwGG iVm der VwGH-Aufwandersatzverordnung 2014.Der Ausspruch über den Aufwandersatz gründet sich auf die Paragraphen 47, ff VwGG in Verbindung mit der VwGH-Aufwandersatzverordnung 2014.

Wien, am 27. Juli 2022

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2022:RA2022020111.L00

Im RIS seit

17.08.2022

Zuletzt aktualisiert am

25.08.2022
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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