RS Vwgh 2022/2/9 Ra 2021/13/0137

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Veröffentlicht am 09.02.2022
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Index

E000 EU- Recht allgemein
E1E
E1P
E6J
32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht
59/04 EU - EWR

Norm

BAO §224 Abs1
BAO §9 Abs1
EURallg
12010E056 AEUV Art56
12010P/TXT Grundrechte Charta Art51
62014CJ0098 Berlington Hungary VORAB
62017CJ0625 Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank VORAB
62018CJ0075 Vodafone Magyarorszag VORAB

Rechtssatz

Die Festsetzung einer Vergnügungssteuer fällt nicht in den Anwendungsbereich des Unionsrechts, weil es an einem hinreichenden Bezug zum Unionsrecht - wie etwa im Fall der Umsatzsteuer - fehlt (vgl. VwGH 21.9.2016, 2013/17/0610; 9.9.2013, 2013/17/0217). Maßnahmen (wie auch die Vergnügungssteuer), deren einzige Wirkung es ist, (diskriminierungsfrei) zusätzliche Kosten für die betreffende Leistung zu verursachen, werden von Art. 56 AEUV (Dienstleistungsfreiheit) nicht erfasst (vgl. EuGH 11.6.2015, Berlington Hungary u.a., C-98/14, Rn. 36; 22.11.2018, Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank AG, C-625/17, Rn. 32; EuGH 3.3.2020, Vodafone Magyarorszag, C-75/18, Rn. 42). Damit ist die Anwendbarkeit der GRC auch für Haftungsverfahren betreffend derartige Abgaben zu verneinen.

Gerichtsentscheidung

EuGH 62014CJ0098 Berlington Hungary VORAB
EuGH 62017CJ0625 Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank VORAB
EuGH 62018CJ0075 Vodafone Magyarorszag VORAB

Schlagworte

Gemeinschaftsrecht kein innerstaatlicher Anwendungsbereich EURallg7

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2022:RA2021130137.L07

Im RIS seit

18.03.2022

Zuletzt aktualisiert am

18.03.2022
Quelle: Verwaltungsgerichtshof VwGH, http://www.vwgh.gv.at
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