RS OGH 1970/10/27 9Os120/68, 9Os117/71

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Veröffentlicht am 27.10.1970
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Norm

StGB §12 Bb
StGB §282

Rechtssatz

Wer eine bestimmte Einzelperson oder eine bestimmte Personengruppe zu strafbarem Verhalten auffordert, verwirklicht die Erscheinungsform der Anstiftung (§ 5 StG) oder der versuchten Verleitung (§ 9 StG); wird eine solche Aufforderung in der Form des § 303 StG an eine unbestimmte Personenmehrheit gerichtet, so ist der Tatbestand des § 305 StG (nunmehr § 282 StGB) erfüllt.

Entscheidungstexte

  • 9 Os 120/68
    Entscheidungstext OGH 27.10.1970 9 Os 120/68
    Veröff: EvBl 1971/157 S 272 = SSt 41/61
  • 9 Os 117/71
    Entscheidungstext OGH 16.12.1971 9 Os 117/71
    nur: Wer eine bestimmte Einzelperson oder eine bestimmte Personengruppe zu strafbarem Verhalten auffordert, verwirklicht die Erscheinungsform der Anstiftung (§ 5 StG) oder der versuchten Verleitung (§ 9 StG). (T1) Veröff: EvBl 1972/151 S 271

Schlagworte

Anmerkung: Der Unterschied zwischen "Anstiftung" (§ 12 StGB) und "Aufforderung zu mit Strafe bedrohten Handlungen" (§ 282 StGB) wird nunmehr nicht in der Bestimmtheit des Personenkreises, sondern in der Vorherbestimmtheit der Tat, zu der aufgefordert wird, gesehen (EBRV 1971,425 f).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1970:RS0089888

Dokumentnummer

JJR_19701027_OGH0002_0090OS00120_6800000_006
Quelle: Oberster Gerichtshof (und OLG, LG, BG) OGH, http://www.ogh.gv.at
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