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Montag, 30. Mai 2016

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§ 12 StGB Behandlung aller Beteiligten als Täter
 
 Gesetzestext(Berücksichtigter Stand der Gesetzgebung: 1. August 2015)

Nicht nur der unmittelbare Täter begeht die strafbare Handlung, sondern auch jeder, der einen anderen dazu bestimmt, sie auszuführen, oder der sonst zu ihrer Ausführung beiträgt.

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 Kommentar zu § 12 StGB

von lexlegis

§ 12 erster Fall StGB:

Der unmittelbare Täter

Der unmittelbare Täter ist stets der, welcher die Tathandlung tatsächlich begeht. Dabei ist auf die im Tatbestand geschilderte Tathandlung zu achten; so wäre es beim Diebstahl zum Beispiel dann eine unmittelbare Täterschaft, wenn der Täter selbst die fremde bewegliche Sache wegnimmt (Tathandlung = Wegnahme); bei der Körperverletzung, wenn er einen anderen tatsächlich selbst am Körper verletzt.

Mittäter:

Unmittelbarer Täter ist auch, wer dem Täter bei seiner Ausführung hilft in dem er diesen durch bewusstes und gewolltes Zusammenwirken soweit unterstützt, dass auch er die für den zum Tatbestand zugehörige Tathandlung selbst erfüllt. Eine solche Person wird Mittäter genannt. Die Medien verwenden die Bezeichnung der Mittäterschaft oft fälschlicherweise synonym für die davon ganz klar abzugrenzende Beitragstäterschaft.

Mittäter, ist wer den Täter soweit bei seinem Tatvorhaben derart behilflich ist, als dass auch er die Tathandlung des Tatbestandes erfüllt. Der Beitragstäter hingegen ermöglicht und erleichtert dem unmittelbaren Täter die Tat bloß, er selbst führt jedoch nie die für die Tat bestimmte Tathandlung aus.

§ 12 zweiter Fall StGB:

Der Bestimmungstäter

Der Bestimmungstäter weckt vorsätzlich im unmittelbaren Täter den Tatentschluss. Eine Bestimmung
zu einer Straftat ist strafbar, auch wenn der dafür vorgesehene unmittelbare Täter untätig bleiben
sollte (versuchte Bestimmung). Es genügt, wenn der Bestimmungstäter bloß Andeutungen macht, die
darauf schließen lassen, dass er dadurch vorhat einen gewissen Tatentschluss im unmittelbaren Täter zu wecken. Diese Andeutungen können verbal oder durch bloße Gebärden oder Gesten erfolgen. Der Bestimmungstäter braucht Vorsatz darauf, dass der unmittelbare Täter die Tat begeht.

§ 12 dritter Fall StGB:

Der Beitragstäter

Der Beitragstäter ermöglicht oder erleichtert dem Täter die Ausführung der Tat. Er braucht Vorsatz darauf, dass der unmittelbare Täter die Tat begeht.

Psychischer Tatbeitrag:

Hat der Täter seinen Entschluss die Tat auszuführen schon gefasst, so kann diesen niemand mehr erneut wecken (Bestimmungstäterschaft), den Täter aber in seinem Vorhaben durch einen psychischen Tatbeitrag unterstützen. Wer also den Täter, der den Tatentschluss schon gefasst hat weiter darin bekräftigt die Tat auszuführen, der leistet einen psychischen Tatbeitrag. Auch das Überreden weiterzumachen ist ein solcher Beitrag.

 

 

Informationen zum Autor/zur Autorin dieses Fachkommentars: lexlegis

(Zitiervorschlag: lexlegis in jusline.at, StGB, § 12, 29.04.2014)

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 Entscheidungen zu § 12 StGB
Entscheidungen zu § 12 StGB
  •  Entscheidungen des OGH (seit 09/1905)
  •  Entscheidungen des VwGH (seit 02/1948)
  •  Entscheidungen des UVS (seit 01/1991)
Entscheidungen zu § 12 Abs. 1 StGB
  •  Entscheidungen des OGH (seit 09/1905)
Entscheidungen zu § 12 Abs. 2 StGB
  •  Entscheidungen des OGH (seit 09/1905)
  •  Entscheidungen des UVS (seit 01/1991)
Entscheidungen zu § 12 Abs. 3 StGB
  •  Entscheidungen des OGH (seit 09/1905)
Entscheidungen zu § 12 Abs. 4 StGB
  •  Entscheidungen des OGH (seit 09/1905)


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