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Sonntag, 25. Juni 2017

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§ 206 StGB Schwerer sexueller Mißbrauch von Unmündigen
 
 Gesetzestext (Berücksichtigter Stand der Gesetzgebung: 2017-06-24)

(1) Wer mit einer unmündigen Person den Beischlaf oder eine dem Beischlaf gleichzusetzende geschlechtliche Handlung unternimmt, ist mit Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren zu bestrafen.

(2) Ebenso ist zu bestrafen, wer eine unmündige Person zur Vornahme oder Duldung des Beischlafes oder einer dem Beischlaf gleichzusetzenden geschlechtlichen Handlung mit einer anderen Person oder, um sich oder einen Dritten geschlechtlich zu erregen oder zu befriedigen, dazu verleitet, eine dem Beischlaf gleichzusetzende geschlechtliche Handlung an sich selbst vorzunehmen.

(3) Hat die Tat eine schwere Körperverletzung (§ 84 Abs. 1) oder eine Schwangerschaft der unmündigen Person zur Folge oder wird die unmündige Person durch die Tat längere Zeit hindurch in einen qualvollen Zustand versetzt oder in besonderer Weise erniedrigt, so ist der Täter mit Freiheitsstrafe von fünf bis zu fünfzehn Jahren, hat sie aber den Tod der unmündigen Person zur Folge, mit Freiheitsstrafe von zehn bis zu zwanzig Jahren oder mit lebenslanger Freiheitsstrafe zu bestrafen.

(4) Übersteigt das Alter des Täters das Alter der unmündigen Person nicht um mehr als drei Jahre, wird die unmündige Person durch die Tat weder längere Zeit hindurch in einen qualvollen Zustand versetzt noch in besonderer Weise erniedrigt und hat die Tat weder eine schwere Körperverletzung (§ 84 Abs. 1) noch den Tod der unmündigen Person zur Folge, so ist der Täter nach Abs. 1 und 2 nicht zu bestrafen, es sei denn, die unmündige Person hätte das 13. Lebensjahr noch nicht vollendet.

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 Kommentar zu § 206 StGB

von lexlegis

§ 206 Abs 1 StGB ist ein Unternehmensdelikt. Strafbar ist leg cit, wer den Beischlaf oder eine dem Beischlaf gleichzusetzende geschlechtliche Handlung unternimmt Es genügt demnach wenn ein männlicher Täter zur Penetration an der Scheide seines Opfers ansetzt. Eine tatsächliche Penetration muss für eine Vollendung des Delikts nicht stattfinden, zumal gerade bei äußerst jungen in ihrem Geschlechtsbereich noch nicht stark entwickelten Opfern, eine Penetration gar nicht möglich wäre.

Abs 4 ist die sogenannte Alterstoleranzklausel und normiert einen Strafausschließungsgrund. Voraussetzung hierfür ist aber, dass das Opfer in jedem Fall bereits das 13. Lebensjahr vollendet hat und der Täter nicht älter als 16 Jahre ist.

Unmündige, die mit Unmündigen geschlechtlich verkehren (§ 74 Abs 1 Z 1 StGB) sind gemäß § 4 Abs 1 JGG immer straflos.

Informationen zum Autor/zur Autorin dieses Fachkommentars: lexlegis

(Zitiervorschlag: lexlegis in jusline.at, StGB, § 206, 04.03.2017)

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 Entscheidungen zu § 206 StGB
Entscheidungen zu § 206 StGB
  •  Entscheidungen des OGH (seit 09/1905)
  •  Entscheidungen des VwGH (seit 02/1948)
Entscheidungen zu § 206 Abs. 1StGB StGB
  •  Entscheidungen des OGH (seit 09/1905)
Entscheidungen zu § 206 Abs. 1 StGB
  •  Entscheidungen des OGH (seit 09/1905)
  •  Entscheidungen des VwGH (seit 02/1948)
Entscheidungen zu § 206 Abs. 2 StGB
  •  Entscheidungen des OGH (seit 09/1905)
Entscheidungen zu § 206 Abs. 2StPO StGB
  •  Entscheidungen des OGH (seit 09/1905)
Entscheidungen zu § 206 Abs. 3StPO StGB
  •  Entscheidungen des OGH (seit 09/1905)
Entscheidungen zu § 206 Abs. 3 StGB
  •  Entscheidungen des OGH (seit 09/1905)
Entscheidungen zu § 206 Abs. 3StGB StGB
  •  Entscheidungen des OGH (seit 09/1905)
Entscheidungen zu § 206 Abs. 4 StGB
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  •  Entscheidungen des OGH (seit 09/1905)
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